Tagung zu Unterlagen aus digitalen System

AK AUdS tagt 2021 online

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Logo der Tagung AK AUdS 2021 in Köln
Logo der Tagung AK AUdS 2021 in Köln

Nachdem die Jahrestagung des Arbeitskreises für die Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen – kurz AK AUdS – im Frühjahr 2020 pandemiebedingt ausfallen musste, wurde sie am 23. und 24. März 2021 erstmals komplett digital veranstaltet. Organisiert wurde die größte Tagung zur digitalen Archivierung im deutschsprachigen Raum in diesem Jahr vom LVR – Archivberatungs- und Fortbildungszentrum. Zu den Vorteilen des digitalen Formats gehörte eine Live-Übersetzung fremdsprachiger Beiträge, und auch ansonsten hatten die Veranstalter keine Mühen gescheut, eine Fachtagung mit all ihren Kommunikationsmöglichkeiten in die digitale Welt zu überführen.

Das Programm war so attraktiv, dass die leider auch digital nur begrenzt verfügbaren Teilnehmerplätze nicht ausreichten und die Teilnahme von den Veranstaltern auf drei Personen pro Institution begrenzt werden musste. Im Hessischen Landesarchiv wurde daher für Interessierte die Teilnahme über eine Weiterverteilung der Liveübertragung per Skype ermöglicht. Insgesamt lauschten etwa 230 Personen den Vorträgen von Referentinnen und Referenten aus Deutschland, der Schweiz, Belgien, Frankreich und Ungarn (https://afz.lvr.de/de/fortbildungen___tagungen/auds_tagung_2020/inhaltss.... bzw. https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds.html )

Inhaltlich wurden unterschiedlichste Aspekte der digitalen Archivierung behandelt:
- Strategische Ansätze zur Datenübernahme
- Digitale Archivierung in der Ausbildung (an Beispielen aus Frankreich und Deutschland)
- Datenbereitstellung und Nutzung
- Digitale Archivierung in nichtstaatlichen Archiven
- Praxisbeispiele zur Übernahme digitaler Unterlagen
- Technische Werkzeuge zur Übernahme
- Umgang mit besonderen Dateiformaten bei der Übernahme (z.B. Archivierung von Social Media wie Twitter, Validierung und Qualitätssicherung bei besonderen Dateiformaten, Besonderheiten bei der PDF-A Archivierung, Archivierung digitaler Bauunterlagen)
- Kooperationen und Verbünde zur digitalen Archivierung

Wie schon bei der AK AUdS Tagung 2018 in Marburg etabliert, gab es neben den Vorträgen im Plenum auch in diesem Jahr wieder ein AUdS-Camp, in dem parallel Vorträge in Kleingruppen angeboten wurden. Ein Novum war eine Podiumsdiskussion, in der Christian Keitel (Landesarchiv Baden-Württemberg) und Peter Worm (Stadtarchiv Münster) über die Praxisrelevanz von Standards und Normen stritten. Das neue Format wurde von den Teilnehmenden positiv aufgenommen, auch wenn es zu den Formaten gehörte, die bei einer Präsenzveranstaltung noch besser funktioniert hätte.

Abgesehen von einigen technischen Problemen vor allem zu Beginn der Tagung lief die Veranstaltung sehr gut. In den kleineren Gruppen im AUdS Camp war eine rege Diskussion mit Wortmeldungen möglich. Im Plenum wurde die Diskussion über den Chat geführt. Um einer Präsenztagung möglichst nahe zu kommen, gab es einen besonderen Networking-Bereich, in dem man sich in den Pausen in spontanen Kleingruppen zum Austausch zusammenfinden konnten. Allerdings war das Problem hier ganz wie bei einer echten Tagung – zu wenige und zu kurze Pausen, um so intensiv ins Gespräch zu kommen, wie man sich das wünschen würde. Ein kleines Häufchen Unermüdlicher traf sich zwar am Abend des ersten Tages im Networking-Bereich noch zu einem AUdS-Stammtisch, allerdings war hier doch eine deutliche Erschöpfung nach dem dichten Programm des Tages festzustellen.

Dennoch – nach einem Jahr Pandemiebetrieb war diese Tagung eine Möglichkeit, sich auszutauschen, ins Gespräch zu kommen, Neues zu hören, zu lernen und zu diskutieren. Von daher gebührt den Organisatorinnen und Organisatoren ein großer Dank, dass sie diesen Weg gegangen sind und die Tagung digitalisiert haben.
Sigrid Schieber, Digitales Archiv Hessen

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