Polizeieinsatz der etwas anderen Art in der Mosbacher Straße

Behördentag des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main im Hauptstaatsarchiv

Behördentag_03.png

Behördentag des Polizeipräsidiums Frankfurt
Dr. Carl Christian Wahrmann bei der Begrüßung am Behördentag des Polizeipräsidiums Frankfurt.

Nein, es war kein Verbrechen, das 25 Vertreterinnen und Vertreter des Polizeipräsidiums Frankfurt am 20. Februar 2020 ins Hauptstaatsarchiv nach Wiesbaden führte. Grund für den Besuch war vielmehr die Neugier der Frankfurter Polizei, die gerne einmal hinter die Kulissen „ihres Archivs“ blicken und in lockerer Atmosphäre u.a. in Erfahrung bringen wollte, was mit jenen Akten geschieht, die regelmäßig dorthin abgegeben werden.

Den perfekten Rahmen dafür bot das Format des „Behördentags“: eine Art „Tag der offenen Tür“ speziell für Vertreterinnen und Vertreter einer Behörde. Im Mittelpunkt steht dabei die Vermittlung grundlegender Vorstellungen von der Arbeit eines Archivs und insbesondere die Frage, warum bestimmte Akten ewig erhalten werden sollten. Damit trägt ein Behördentag nicht bloß dazu bei, die bestehenden Kontakte zwischen Archiv und Behörde zu intensivieren und somit die Zusammenarbeit bei der Aussonderung und Übernahme noch weiter zu verbessern, sondern auch mittelbar die Überlieferung der behördlichen Quellen von morgen zu sichern. Denn aus Sicht der Behörden stellt die für die Archive so zentrale Anbietung von aussonderungsreifen Unterlagen häufig nur eine Nebenaufgabe am Rande der „eigentlichen“ Fachaufgaben dar, die umso leichter erfüllt werden kann, je mehr Verständnis für deren Sinnhaftigkeit und Bedeutung vorhanden ist.

In diesem Sinne wartete auf die 25 Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichen Abteilungen des Polizeipräsidiums ein buntes dreistündiges Programm. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Abteilungsleitung des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden gab es zwei informative Vorträge zum Haus und den archivfachlichen Aufgaben, insbesondere der Bewertung. Von der anschließenden Möglichkeit, Fragen zu stellen und über das Thema zu diskutieren, wurde reger Gebrauch gemacht. Die Highlights der Veranstaltung waren aber selbstverständlich die Führungen durch das Archiv und seine Schatzkammern. Neben einem Besuch der Restaurierungswerkstatt gab es eine Magazinführung mit Präsentation einzelner herausragender Archivalien, nicht zuletzt auch aus der eigenen Behörde. So konnten die Polizeivertreterinnen und -vertreter unmittelbar nachspüren, wie „ihre Akten“ Geschichte schreiben.
Die Resonanz auf die Veranstaltung war durchweg positiv und zeigt, dass sie ihr Ziel keineswegs verfehlt hat, im Gegenteil: Während im Rahmen des Feedbacks lediglich 8 der 25 Personen angaben, bereits zuvor konkretere Vorstellungen von den Aufgaben eines Archivs besessen zu haben, waren sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin einig, dass sich der Tag für sie gelohnt habe.
Florian Stabel, Wiesbaden

Hessen-Suche