Startschuss für den zweiten Teil des Bewertungsmodells für die hessische Justiz

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Arbeitsgruppe Bewertungsmodell Justiz
Die Arbeitsgruppe des Bewertungsmodells Justiz bei der Arbeit

Die hessische Justiz ist wie kaum ein anderer Bereich des Landes in der Öffentlichkeit präsent. Mit ihren verschiedenen Zweigen ist die Justiz mit allen Lebensbereichen der Menschen im Land eng verbunden. Jedes Jahr entstehen bei den Gerichten große Mengen an Unterlagen, die in besonderer Weise die Aufgaben und Probleme unserer heutigen Zeit widerspiegeln. Für spätere Generationen halten diese Unterlagen wichtige Erkenntnisse bereit, die es dauerhaft zu bewahren gilt.

Das Hessische Landesarchiv hat daher in seinem Masterplan der Erarbeitung eines Bewertungsmodells für Justiz die höchste Priorität eingeräumt. Nachdem in einem ersten Schritt ein Bewertungsmodell für die Landgerichte, Amtsgerichte und Staatsanwaltschaften erarbeitet wurde, begann in diesen Tagen die Arbeit am zweiten Teil des Bewertungsmodells. In den kommenden drei Jahren werden dafür die beim Hessischen Ministerium der Justiz, dem Staatsgerichtshof, dem Finanzgericht, dem Oberlandesgericht, der Generalstaatsanwaltschaft sowie den Verwaltungs-, Sozial und Arbeitsgerichten produzierten analogen und digitalen Unterlagen bewertet werden. Das Ziel ist es, in einem Katalog für alle Unterlagengruppen eine fachlich fundierte, einheitliche und leicht umsetzbare Bewertungsentscheidung zu treffen. Hierdurch wird künftig zum einen eine besonders aussagekräftige, historisch wertvolle Überlieferung im Landesarchiv archiviert werden, während die restlichen Unterlagen ohne vorherige Anbietung vernichtet werden können.

Die sieben Archivarinnen und Archivare der Arbeitsgruppe des Landesarchivs werden sich zunächst in die komplexe Thematik einarbeiten. Ab 2020 werden sie mit der systematischen Bewertung der Aktengruppen im Justizministerium und den Gerichten beginnen. Bis 2023 soll dann das fertige Bewertungsmodell vorliegen.
Es ist eine große Aufgabe, der das Landesarchiv und die Justiz mit der Bearbeitung des zweiten Teils des Bewertungsmodells gegenüberstehen. Die bisherigen Erfahrungen mit anderen Bewertungsmodellen zeigen aber, dass sich der hohe Einsatz lohnt, weil am Ende das Aussonderungsverfahren für alle Beteiligten wesentlich vereinfacht werden wird.
Carl Christian Wahrmann, Wiesbaden

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