Digitales Archiv der Reformation (DigiRef)

Staatsarchive von Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt haben eine Online-Präsentation der wichtigsten Schriftstücke zur Reformation erarbeitet.

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Digitales Archiv der Reformation

Die Kernlandschaften der Reformation liegen in Mitteldeutschland, im damaligen Kurfürstentum Sachsen, das sich über weite Teile der heutigen Länder Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt erstreckte, bzw. in kirchlicher Hinsicht in den Erzdiözesen Mainz und Magdeburg, deren Vereinigung in der Person Kardinal Albrechts den unmittelbaren Auslöser für den Ablassstreit bildete. Die Landgrafschaft Hessen schloss sich unter Landgraf Philipp dem Großmütigen früh an die Reformation an, folgte aber nicht einer rein lutherischen Ausrichtung, sondern suchte die Anlehnung an die oberdeutsche, von den Zentren Zürich und Straßburg aus geprägte Reformation, und wurde damit zum Vermittler zwischen Nord und Süd. Aufgrund der geographischen Lage Hessens und eines beträchtlichen politischen Geschicks wurde Landgraf Philipp zu einem, wenn nicht dem politischen Kopf der Reformation.

 

Grund genug für die Staatsarchive in den Ländern Hessen, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die heute wichtige Teile der schriftlichen Überlieferung aus der Reformationszeit verwahren, herausragende Dokumente zur Reformation im Internet zugänglich zu machen. 

 

Von 2013–2015 lief das von den Ländern Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen geförderte Projekt „Digitales Archiv der Reformation (DigiRef)“. In diesem Rahmen wurden über 100 Dokumente (davon 43 aus Hessen), in denen sich zentrale Ereignisse der Reformation spiegeln, digitalisiert und mit Umschriften, einer Übertragung ins Neuhochdeutsche und teilweise auch ins Englische sowie einem historischen Kommentar versehen, sodass sie auch für den heutigen Leser verständlich werden. Darunter befinden sich Handschreiben von Landgraf Philipp dem Großmütigen, Luther, Melanchthon, Bucer, Zwingli, die Artikel des Marburger Religionsgesprächs von 1529, die Ziegenhainer Zuchtordnung von 1539 oder der Wittenberger Beichtrat zur Doppelehe des Landgrafen ebenfalls von 1539, und viele andere bedeutende Schriftstücke.

 

Außerdem wurden Visitationsprotokolle, die Einblick in die einzelnen Pfarreien im Reformationsprozess gewähren, digitalisiert und mit einer Indizierung nach Orten versehen, sodass sie bequem sowohl nach Archivalieneinheiten als auch über eine Kartennavigation benutzt werden können. All das lässt sich vom heimischen PC aus aufrufen:

www.reformationsportal.de.