Erderwärmung 1917

Zeitungsnotiz im Gießener Anzeiger ganz aktuell

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Ausschnitt aus dem Gießener Anzeiger vom 28. Juni 1917
"Umgekehrt würde eine Vermehrung des Kohelnsäuregehaltes zu einer Erwärmung führen". Ausschnitt aus dem Artikel im Gießener Anzeiger vom 28. Juni 1917.

Unter der Überschrift „Geht die Erde einer wärmeren Periode entgegen“ wurde am 28. Juni 1917 im „Gießener Anzeiger“ über einen Artikel im norwegischen „Morgenbladet“ berichtet, der sich auf Forschungen von Svante Arrhenius (1859–1927) stützte. Arrhenius hatte der „Kohlensäure“ in der Luft – gemeint ist Kohlendioxid – eine besondere Relevanz bei der Erderwärmung zugeschrieben.

Allerdings hielt er sich mit genauen Prognosen noch zurück: „Ob der gegenwärtige starke Kohlenverbrauch durch die Menschheit groß genug ist, um eine merkliche Steigerung des Kohlensäuregehaltes der Luft herbeizuführen, läßt sich zahlenmäßig kaum feststellen.“ Sicher aber war er sich doch, dass die Zufuhr von Kohlendioxid höher sei als ihr Verbrauch, was eine Erderwärmung nach sich ziehe. Arrhenius war daher davon überzeugt, dass es in der Zukunft eine „erhebliche Veränderung der Erderwärmung“ geben werde.

Arrhenius erkannte darin aber noch kein Problem, sondern verband damit die Hoffnung, dass die Menschheit künftig unter klimatisch milderen Bedingungen leben könne. Diese Einschätzung ist aus anderen Veröffentlichungen des Wissenschaftlers bekannt, aus dem Gießener Zeitungsartikel aber nicht zu entnehmen. Allerdings wird die Erderwärmung darin auch noch nicht als Gefahr erkannt. Der Text hält mehr die berichtenswerte Möglichkeit einer Erderwärmung fest, als dass er daraus Schlüsse zöge.
Rouven Pons, Hessisches Landesarchiv

Ausschnitt aus dem Gießener Anzeiger vom 28. Juni 1917

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