Hochwasser in Hessen

Notfallboxen der Archivberatung im Einsatz

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Abholung der Notfallboxen durch das Stadtarchiv Büdingen beim Zentrum für Regionalgeschichte in Gelnhausen
Abholung der Notfallboxen durch das Stadtarchiv Büdingen beim Zentrum für Regionalgeschichte in Gelnhausen

Ende Januar waren Teile von Mittel- und Osthessen von Überflutungen und starkem Hochwasser betroffen. Besonders hart traf es Büdingen mit seiner historischen Altstadt, wo das Wasser eine Schutzmauer durchbrach und große Schäden anrichtete. Auch das Rathaus und die dort untergebrachte Altregistratur blieben leider nicht verschont: Viele Meter Akten – und damit potenzielles Archivgut – wurden durchnässt. In einem solchen Notfall ist schnelles, aber planvolles Handeln gefragt, da die betroffenen Unterlagen nur „gerettet“ werden können, wenn sie zügig und fachgerecht gereinigt, verpackt und gefriergetrocknet werden.

Das Team des Stadtarchivs Büdingen konnte sich – unterstützt von der Archivberatung Hessen – der überschwemmten Altregistratur glücklicherweise kompetent annehmen und den Notfall gut bewältigen. Von der Archivberatung ließ sich das Stadtarchiv nicht nur zum Vorgehen und zu geeigneten Dienstleistern für die Gefriertrocknung beraten, sondern es konnte auch sofort die Notfallboxen nutzen, welche die Archivberatung als Dauerleihgabe an verschiedene Kommunalarchive in Hessen verteilt hat. Notfallboxen enthalten wichtige Materialien zur Erstversorgung von geschädigtem Schriftgut (z.B. Stretchfolie zum Verpacken) und zur Organisation der Notfallbewältigung. Der nächstegelegene Standort für Notfallboxen war das Zentrum für Regionalgeschichte in Gelnhausen, und die Boxen konnten noch am selben Tag abgeholt werden. So gut funktioniert die interkommunale Zusammenarbeit im hessischen Archivwesen!

Abholung Notfallboxen
Abholung der Notfallboxen durch das Stadtarchiv Büdingen beim Zentrum für Regionalgeschichte in Gelnhausen

Mit Hilfe der Notfallmaterialien und zahlreichen Helferinnen und Helfern aus der Stadtverwaltung konnten die Akten in den folgenden Tagen verpackt und zur Gefriertrocknung abtransportiert werden. Nun ist zu hoffen, dass möglichst viele Akten wieder in einen Zustand versetzt werden können, der die Nutzung in der Stadtverwaltung sowie die spätere Bewertung und Übernahme durch das Stadtarchiv möglich machen. Diese gelungene Notfallbewältigung hat wieder einmal verdeutlicht, dass sich solche Krisen am besten durch schnelle, unbürokratische Kooperation lösen lassen. Da Notfälle, die durch Wassereinbrüche verursacht werden, leider immer wieder in hessischen Archiven und Registraturen auftreten werden, sind Notfallprävention (geeignete Unterbringung, Schutzvorkehrungen) und Notfallvorsorge (Infrastruktur, Schaffung von Notfallverbünden) wichtige Themen in der Archivberatung, die noch stärker in das Bewusstsein vieler Archive und Archivträger gerückt werden sollen. Schließlich geht es um den Schutz einzigartigen Kulturguts.

Verena Schenk zu Schweinsberg, Archivberatung Hessen

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