Justizielle Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Hessen

Ausstellungseröffnung in Israel

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Haifa Rhein
Boris Rhein nach der Überreichung seines Gastgeschenks an den Leiter des HCGES, Prof. Eli Salzberger

Ausstellungseröffnung durch Staatsminister Rhein in Haifa

Am Donnerstag, 2. November 2017, eröffnete Boris Rhein, Hessischer Minister für Wissenschaft und Kunst, die Ausstellung zur justiziellen Aufarbeitung von NS-Verbrechen in Hessen während der Nachkriegszeit am Haifa Zentrum für Deutschland- und Europa-Studien (HCGES).

Haifa ist die letzte von insgesamt vier Ausstellungsstationen in Israel, nach dem Supreme Court in Jerusalem, Kfar Saba und Hod haSharon. Angesichts der erst jüngst erfolgten Aufnahme der im Hessischen Hauptstaatsarchiv verwahrten Unterlagen des 1. Frankfurter Auschwitz-Prozesses in das UNESCO-Register „Memory of the World“ hob Staatsminister Rhein in seiner Eröffnungsrede vor allem auf dessen Bedeutung für die deutsche Erinnerungskultur ab. Dass diese Archivunterlagen nun zum Weltdokumentenerbe zählen, ist auch Ansporn für die zukünftige Aufarbeitung und Erinnerung an die NS-Verbrechen. Auch betonte Boris Rhein die enge Verbindung von Deutschland und Israel. Diese habe sich mit aus der gemeinsamen Vergangenheit heraus entwickelt. Heute tragen die wenigsten Menschen in Deutschland Schuld an den NS-Verbrechen. Dennoch stehe Deutschland in einer historisch begründeten Verantwortung gegenüber Israel.

In Haifa endet die Wanderausstellung des Hessischen Landesarchivs in Israel. Angesichts des großen Interesses in Israel an der Thematik der justiziellen Aufarbeitung von NS-Verbrechen – dies zeigte sich auch erneut an der mit rund 70 Personen sehr gut besuchten Eröffnungsveranstaltung – soll die Ausstellung an der Universität Haifa als Schenkung verbleiben. Dort wird sie noch einige Monate für Lehrzwecke und auch für externe Besucher offen stehen. Von Haifa aus kann die Ausstellung dann langfristig von weiteren Einrichtungen in Israel ausgeliehen werden.