Mixed Pixels – Digitalisiertes Archivgut online

Oileán Iathghlas Éireann – Die grüne Insel

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Indulgenzbrief des Matthäus O’Hogan, des Bischofs von Killaloe im County Clare, aus dem Jahr 1274 (HStAM Best. Urk. 77 Nr. 281)
Indulgenzbrief des Matthäus O’Hogan, des Bischofs von Killaloe im County Clare, aus dem Jahr 1274 (HStAM Best. Urk. 77 Nr. 281)

Am 17. März ist St. Patrick’s Day! Der irische Nationalfeiertag wird mittlerweile rund um die Welt gefeiert – Irish Pubs haben Hochkonjunktur, Bier wird grün eingefärbt, es finden Paraden statt und im Rahmen des „Global Greening“ werden Gebäude und Wahrzeichen zu Ehren der „Grünen Insel“ in dieser Farbe beleuchtet. Auch in den Mixed Pixels steht daher in diesem Monat Irland im Mittelpunkt, denn die digitalisierten Bestände des Hessischen Landesarchivs beschränken sich keineswegs auf Quellen zur hessischen Geschichte.

Siegel des Indulgenzbriefs des Matthäus O’Hogan, des Bischofs von Killaloe im County Clare, aus dem Jahr 1274 (HStAM Best. Urk. 77 Nr. 281)
Siegel des Indulgenzbriefs des Matthäus O’Hogan, des Bischofs von Killaloe im County Clare, aus dem Jahr 1274 (HStAM Best. Urk. 77 Nr. 281)

Bereits im Mittelalter bestanden Kontakte zwischen Irland und dem hessischen Raum. Davon zeugt ein im Staatsarchiv Marburg überlieferter Indulgenzbrief des Matthäus O’Hogan, des Bischofs von Killaloe im County Clare, aus dem Jahr 1274 (HStAM, Best. Urk. 77 Nr. 281). In der Urkunde wird allen Gläubigen, die das Stift Fulda besuchen oder es mit Almosen unterstützen, ein Ablass von 30 Tagen gewährt. Sie wurde auf dem von Papst Gregor X. einberufenen Zweiten Konzil von Lyon ausgefertigt, an dem zahlreiche Bischöfe und Äbte aus der gesamten Christenheit teilnahmen, darunter auch Bischof O’Hogan und Bertho IV. von Bimbach, Abt zu Fulda.

Kupferstich der Schlacht am Boyne, 1690 (HStAM Best. WHK Nr. WHK 7-54)
Kupferstich der Schlacht am Boyne, 1690 (HStAM Best. WHK Nr. WHK 7-54)

In den Wilhelmshöher Kriegskarten, einer um 1700 von Landgraf Karl von Hessen-Kassel begonnenen Sammlung von Karten und Darstellungen zu verschiedenen Kriegsschauplätzen in Europa und Amerika, ist auch ein einschneidendes Ereignis der irischen Geschichte dokumentiert. In der Schlacht von Boyne besiegte der protestantische König Wilhelm III. von England die katholische irisch-französische Armee Jakobs II. und eroberte in der Folge Irland für die englische Krone zurück. Das Schlachtgeschehen am Boyne wurde in einem Kupferstich festgehalten (HStAM, Best. WHK Nr. WHK 7/54).

Karte von Irlan, 1849 (HStAD Best. P 2 Nr. 66-27)
Karte von Irlan, 1849 (HStAD Best. P 2 Nr. 66-27)

Irland stand weiterhin vollständig unter englischer Herrschaft, als es Mitte des 19. Jahrhunderts in ganz Europa aufgrund einer Kartoffelfäule zu massiven Ernteausfällen kam. Diese führten auf der Insel seit 1845 zu katastrophalen Hungersnöten, die mehrere Jahre andauerten. Mehr als eine Million Iren verstarb an den Folgen des Hungers, zusätzlich verließen etwa 1,5 Millionen Menschen das Land. Eine im Staatsarchiv Darmstadt erhaltene Karte bildet die Insel im Jahr 1849 ab, das als offizielles Enddatum des „Great Famine“ gilt (HStAD, Best. P 2 Nr. 66/27).

Die Ruine von Muckross Abbey bei Killarney im County Kerry (HStAD Best. D 27 A Nr. 37/182-183)
Die Ruine von Muckross Abbey bei Killarney im County Kerry (HStAD Best. D 27 A Nr. 37/182-183)

Im gleichen Jahr reiste Queen Victoria erstmals nach Irland, weitere Besuche folgten. 1861 verbrachte die königliche Familie unter anderem zwei Nächte in Muckross House, einem herrschaftlichen Anwesen nahe Killarney im County Kerry. Sie besichtigten auch die in der Nähe gelegenen Ruinen von Muckross Abbey, einer im 15. Jahrhundert von Franziskanern gegründeten Abtei, wobei eindrucksvolle Fotos des Gebäudes entstanden, die sich heute, neben Aufnahmen von Muckross House und der Landschaft um Killarney, in den Fotobeständen des HLA finden (HStAD, Best. D 27 A, Nr. 37/182-183).

Postkarte mit Blick über die O’Connell Bridge in Dublin, 1929 (HStAD Best. D 27 A Nr. 198/209)
Postkarte mit Blick über die O’Connell Bridge in Dublin, 1929 (HStAD Best. D 27 A Nr. 198/209)

Der Unabhängigkeitskrieg 1919-1921 führte schließlich zur Entstehung eines eigenständigen irischen Staates, gleichzeitig aber auch zu der bis heute andauernden Teilung der Insel. Hauptstadt des unabhängigen Irlands wurde Dublin. Eine Postkarte von 1929 zeigt den geschäftigen Betrieb auf der O’Connell Bridge im Zentrum der Stadt nur wenige Jahre nach der „Irischen Revolution“ (HStAD, Best. D 27 A Nr. 198/209) – eine charakteristische Szene, wie sie bis heute in zahlreichen Irish Pubs die Wände ziert. In diesem Sinne: Sláinte mhaith!
Sabine Fees, Hessisches Landesarchiv

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