Mixed Pixels – Digitalisiertes Archivgut online

Neues aus dreizehn Jahrhunderten

HStAM, Best. Urk. 100 Nr. 1486.png

Abzeichnung des Siegels von Landgraf Ludwig von Thüringen an einer Urkundenabschrift (HStAM Best. 100 Nr. 1486)
Abzeichnung des Siegels von Landgraf Ludwig von Thüringen an einer Urkundenabschrift (HStAM Best. 100 Nr. 1486)

Die Bereitstellung von Digitalisaten des HLA in Arcinsys wird auch im Jahr 2022 kontinuierlich weiter vorangetrieben, im ersten Quartal konnten bereits etwa eine Million Images veröffentlicht werden. Das digitalisierte Archivgut deckt dabei inhaltlich ein breites Spektrum aus dreizehn Jahrhunderten hessischer Geschichte ab.

Aus der Urkundenabteilung des Staatsarchivs Marburg wurden zwei weitere Bestände vollständig online verfügbar gemacht. Dabei handelt es sich zum einen um die Oberhessischen Gerichtsurkunden (HStAM Best. Urk. 50), in denen Rechtsangelegenheiten aus dem 14. bis 19. Jahrhundert dokumentiert sind. Zum anderen können die mehr als 7000 Stücke des Bestandes Urk. 100 nun in Arcinsys eingesehen werden. Sie umfassen Abschriften verschiedenster Urkunden, die bis in das 8. Jahrhundert zurückreichen – teilweise wurden sogar die Beglaubigungen der Originalvorlagen nachgezeichnet, etwa das Siegel des Landgrafs Ludwig von Thüringen an einer Urkunde aus dem Jahr 1176 (HStAM Best. Urk. 100 Nr. 1486).

Schutzprivileg Kaiser Maximilians II. für das Kloster Engelthal, 1566 (HStAD Best. A 3 Nr. 92/12)
Schutzprivileg von Kaiser Maximilian II. für das Kloster Engelthal, 1566 (HStAD Best. A 3 Nr. 92/12)

Auch die digital nutzbaren Urkundenbestände des Staatsarchivs Darmstadt werden fortlaufend erweitert. Im Zuge von Erhaltungsmaßnahmen wurden mehrere tausend Pergamenturkunden aus den Beständen A 2 (Urkunden der ehemaligen Provinz Rheinhessen) und A 3 (Urkunden der ehemaligen Provinz Oberhessen) digitalisiert. Sie stammen aus dem 9. bis 19. Jahrhundert und behandeln inhaltlich vor allem Lehns-, Geld- und Gütergeschäfte, es sind aber auch päpstliche, königliche und kaiserliche Privilegierungen enthalten, beispielsweise ein Schutzprivileg Kaiser Maximilians II. für das Kloster Engelthal (HStAD Best. A 3 Nr. 92/12).

Konskriptions- oder Musterliste des Amts Weilburg von 1811 (HHStAW Best. 160 Nr. 947)
Konskriptions- oder Musterliste des Amts Weilburg von 1811 (HHStAW Best. 160 Nr. 947)

Der größte Zuwachs an Digitalisaten ist für das Hauptstaatsarchiv Wiesbaden zu verzeichnen, in den letzten Wochen konnten mehrere von Mikrofilm digitalisierte Bestände in Arcinsys bereitgestellt werden. Zu nennen ist etwa der Bestand 160 Amt Weilburg, der sich aus Urkunden und Akten des 13. bis 19. Jahrhunderts zusammensetzt und unter anderem aufschlussreiche Unterlagen für genealogische Forschungen enthält, zum Beispiel die Konskriptions- oder Musterlisten des Amtes Weilburg von 1811 (HHStAW Best. 160 Nr. 947).

Bekanntmachung des preußischen Zivilkommissars an die Bevölkerung des annektierten Herzogtums Nassau und anderer Gebiete, 1866
Bekanntmachung des preußischen Zivilkommissars von Diest an die Bevölkerung des annektierten Herzogtums Nassau und anderer Gebiete, 1866 (HHStAW Best. 402 Nr. 7)

Vollständig veröffentlicht wurde auch die Überlieferung der beiden 1866 nach der Annexion des Herzogtums Nassau durch Preußen etablierten Zivilkommissariate für Frankfurt am Main (HHStAW Best. 401) und Nassau (Best. 402, vgl. die Bekanntmachung in Nr. 7). Die Dokumente beinhalten vielfältige Informationen zur Besitzergreifung und Verwaltung des Gebietes durch Preußen sowie zum Widerstand gegen die preußische Herrschaft. Im Jahr 1867 nahm der Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden seine Arbeit auf, dessen Akten in Bestand 403 überliefert sind. Einige Stücke, die vorrangig den Straßenbau und die Wegebauverwaltung betreffen, können bereits in Arcinsys eingesehen werden, darunter Pläne für die Unterführung der Mörfelder Landstraße am Frankfurter Hauptbahnhof aus den Jahren 1881-1885 (HHStAW Best. 403 Nr. 150).

Entwurf für die Unterführung der Mörfelder Landstraße, 1881-1885 (HHStAW Best. 403 Nr. 150)
Entwurf für die Unterführung der Mörfelder Landstraße, 1881-1885 (HHStAW Best. 403 Nr. 150)

Schließlich ist seit Kurzem etwa die Hälfte des Bestandes 425 Landratsamt Main-Taunus-Kreis (bis 1928 Kreis Höchst) online einsehbar. Bemerkenswert ist etwa eine Akte den Frachtdampfer „Höchst“ der Hamburg-Amerika Linie der Hapag betreffend, zu dessen Stapellauf im Jahr 1927 der Landrat des Kreises Höchst ein Glückwunschgedicht übersandte (HHStAW Best. 425 Nr. 2809).
Weitere Digitalisate-Uploads für die nächsten Wochen sind bereits in Vorbereitung. Über die Neuzugänge werden wir weiterhin regelmäßig im Rahmen der Mixed Pixels informieren.
Sabine Fees, Hessisches Landesarchiv

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