Film über den Darmstädter Mollerbau online

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Virtuelle Rekonstruktion des Innenraums des Darmstädter Hoftheaters
Virtuelle Rekonstruktion des Innenraums des Darmstädter Hoftheaters, erstellt durch das Gebiet „Digitales Gestalten“ des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Darmstadt (Filmausschnitt)

Der Darmstädter Mollerbau am Karolinenplatz blickt auf eine über 200-jährige Geschichte zurück. Seit wenigen Tagen ist ein kurzer Film über die Geschichte des Hauses und mit Bildern seiner Rekonstruktion auf Youtube (Direktlink) und auf der Homepage des Hessischen Landesarchivs (Direktlink) einsehbar.

Heute sind in dem Gebäude das Hessische Staatsarchiv Darmstadt gemeinsam mit drei weiteren öffentlichen Archiven untergebracht. 1819 war es als Hoftheater in der Residenzstadt des Großherzogtums Hessen nach Plänen des Hofbaudirektors Georg Moller errichtet worden. Zweimal brannte es bis auf die Außenmauern und den imposanten Portikus nieder: 1871 ausgelöst durch eine nicht gelöschte, damals moderne Gasleuchte und dann infolge von Bombentreffern in der Darmstädter Brandnacht am 11./12. September 1944. In den 1870er Jahren entschied man sich für die Wiedererrichtung als Theatergebäude; es wurde 1879 mit Wagners Lohengrin festlich neu eröffnet.
Dieser Bauzustand der Phase 1879 bis 1904 konnte 2019 anlässlich der 200-Jahrfeier aufgrund von Plänen, Fotografien und beschreibenden Quellen in den Archivbeständen durch das Gebiet „Digitales Gestalten“ des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität Darmstadt virtuell rekonstruiert werden. Dabei entstanden sind ein Film, der erstmals im Rahmen der Sonderausstellung „Hinter den Kulissen - Einblicke in 200 Jahre Mollerbau: Vom Hoftheater zum Haus der Geschichte“ gezeigt wurde, und eine VR-Anwendung, mit der sich die Betrachter virtuell im alten Theatersaal umschauen können. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs lag das im Innern weitgehend zerstörte und notdürftig gesicherte Gebäude rund 40 Jahre als „Ruine“ auf einem „Filetstück“ der Stadt. Nach langwierigen Diskussionen um das Ob und Wie eines Wiederaufbaus begann Mitte der 1980er Jahre der Umbau zu einem Archivzweckbau und als Haus der Geschichte. An der Stelle von Bühnengebäuden und Theatersaal entstanden v.a. Magazinflächen, auf denen heute mehr als 35 lfd. km Archivgut des Landes, der Stadt, der Technischen Universität und des Hessischen Wirtschaftsarchivs aufbewahrt werden, die im gemeinsamen Lesesaal für jedermann bereitgestellt werden.
So prägt der Mollerbau am Karolinenplatz seit gut 25 Jahren mit einer neuen Nutzung in alter Hülle das Bild der Innenstadt Darmstadts im Ensemble mit dem Residenzschloss und dem Hessischen Landesmuseum, das 2020 sein 200-jähriges Bestehen feiert, und dem angrenzenden Herrngarten.

In der Eingangshalle des Hauses der Geschichte wird in einer Dauerausstellung die Geschichte des Gebäudes präsentiert und der Film auch in einer hochauflösenden Fassung gezeigt. Die online-Präsentation der Ausstellung ist in Vorbereitung. Sie wird im Laufe des Februar auf die Homepage des Hessischen Landesarchivs gestellt. Der dort bereits präsentierte Film gibt einen Vorgeschmack.
Johannes Kistenich-Zerfaß, Darmstadt

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