Neuerscheinungen

Drei Neuerscheinungen der Historischen Kommission für Hessen bieten neue Einblicke in die Hessische Geschichte.

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Neuerscheinungen HIKO

Zeitenwende in Hessen. Revolutionärer Aufbruch 1918/1919 in Demokratie
Die Novemberrevolution von 1918 markierte den revolutionären Wendepunkt von der mit der Niederlage des Ersten Weltkriegs scheiternden Monarchie zur ersten deutschen Demokratie. Der entscheidende nächste Schritt gelang am 19. Januar 1919. An diesem Tag wählten alle Deutschen, erstmals auch Frauen, die verfassunggebende Weimarer Nationalversammlung, die eine demokratische Reichsverfassung aushandelte und damit die Weimarer Republik begründete.
Dieser ereignisreichen, komplexen und so wirkungsmächtigen historischen Phase und ihren Konsequenzen widmet das Hessische Landesarchiv eine Tafelausstellung und diese Begleitpublikation. Ausstellung und Publikation dokumentieren den revolutionären Umbruch der Jahre 1918/1919 auf dem späteren Gebiet des Bundeslandes Hessen und zeichnen seine Auswirkungen auf den demokratischen Neubeginn in Hessen 1945/1946 nach.

Andreas Hedwig (Hg.): Zeitenwende in Hessen. Revolutionärer Aufbruch 1918/1919 in die Demokratie. 136 Seiten, zahlr. s/w und farb. Abb. Marburg 2019 (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 36).
ISBN 978-3-88964-221-9; geb. € 10,00

Landgraf Ludwig I. von Hessen (1402–1458). Politik und historiographische Rezeption.
Ludwig I. von Hessen (1402–1458), genannt „der Friedfertige“, genießt in den historischen Darstellungen ein hohes Ansehen, betrachtet man ihn doch als zweiten Gründer der Landgrafschaft und durchwegs erfolgreichen Fürsten mit einem verdient verliehenen Beinamen. Prüft man diese Aussagen und Perspektiven, so stellt sich die grundlegende Erkenntnis ein, dass sie von der Historiographie der Zeit um 1500 in hohem Maße vorgeprägt sind. Das Bild des Landgrafen und seiner Politik wurde durch die Chronisten Nuhn und Gerstenberg so stark bestimmt, dass sich die Forschung davon niemals ganz gelöst hat.
Somit ergeben sich zwei Hauptfragen, die dieses Buch behandelt. Erstens werden die Grundlinien der Politik Ludwigs insbesondere im Verhältnis zu den auswärtigen Partnern neu erarbeitet, was nur auf Basis der zeitgenössischen Quellen zu leisten ist, die in diesem Fall über zahlreiche Archive Europas verstreut sind. Zweitens ist zu fragen, wie das vorherrschende Bild Ludwigs entstanden ist, bei dem sich manche Aspekte auf eine Selbststilisierung des Landgrafen zwecks Rechtfertigung seiner regionalen Vormacht zurückführen lassen. Vorgelegt wird damit eine politische Biographie eines Akteurs mit weitgreifenden polyzentrischen Wirkungskreisen verbunden mit einer neuen Deutung der Historiographie Hessens.

Otfried Krafft: Landgraf Ludwig I. von Hessen (1402–1458). Politik und historiographische Rezeption. XIV / 880 Seiten, 18 farb. Abb./Karten, 5 Tafeln, 3 Tabellen, Register. Marburg 2018 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 88). ISBN 978-3-942225-42-7; geb. € 48,00

Grundlagen und Anfänge hessischer Geschichte bis 900. (Handbuch der hessischen Geschichte 5)
Seit 2010 verfolgt das Handbuch der hessischen Geschichte ein offenes Konzept, das auch epochenorientierte Bände unter einer eingegrenzten Themenstellung vorsieht. Der nun erschienene Band „Grundlagen und Anfänge hessischer Geschichte bis 900“ hingegen knüpft an die „klassische“ Idee an, dass Handbücher große übergreifende und alle Themenbereiche einer Epoche abdeckende Werke sind.
Das Buch nimmt – bezogen auf das Gebiet des heutigen Hessens – den unermesslich langen Zeitraum von ca. 300.000 Jahren in den Blick, von den ersten Spuren menschlicher Existenz und dem frühen Siedlungswesen, d.h. der Stein- und Eisenzeit, bis zum Frühen Mittelalter, d.h. in die Zeit der Karolinger. Die Erkenntnisse über diese lange historische Phase beruhen fast ausschließlich auf archäologischen Quellen. Daher steht die Ereignisgeschichte zugunsten einer Kulturgeschichte zurück, die sich insbesondere mit dem Stand der sich permanent entwickelnden materiellen Zivilisation befasst und im buchstäblichen Sinne erst am Ende Worte findet und Schriftquellen hervorbringt. Der Band wird durch ein Ortsregister erschlossen.

Horst Böhme, Claus Dobiat (Hg.): Grundlagen und Anfänge hessischer Geschichte bis 900. Handbuch der hessischen Geschichte 5. X und 728 Seiten, zahlr. farb. u. s/w-Abb. Marburg 2018 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 63,5). ISBN 978-3-942225-43-4; geb. € 48,00