Empfehlung für den Gabentisch

Neuerscheinungen

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Buchumschläge "Baumeister Eberhard Philipp Wolff" und "MdL Waldeck und Pyrmont"
Neuerscheinungen der Historischen Kommission für Nassau und der Historischen Kommission für Hessen

Neuerscheinung über den Baumeister Eberhard Philipp Wolff (1773–1843)
Rechtzeitig zu Weihnachten hat die Historische Kommission für Nassau ein reich bebildertes Buch über den Landbaumeister Eberhard Philipp Wolff vorgelegt. Er hat im Gebiet des früheren Herzogtums Nassau zahlreiche Spuren hinterlassen. Während das Werk anderer Baumeister – Christian Zais, Friedrich Ludwig Schrumpf und Philipp Hoffmann – bereits weitgehend erforscht ist, hat man Wolff bisher wenig beachtet. Diesem Mangel versucht das vorliegende Buch von Dr. Hans-Joachim Häbel abzuhelfen.

Nach seiner praktischen Ausbildung bei Landbaudirektor Johann Friedrich Sckell in Dillenburg und einem Studium des Bauwesens in Berlin und Dresden gelang Wolff der schrittweise Aufstieg zum Landbaumeister des Herzogtums Nassau in Wiesbaden (1830). Mit seinen Werken hat Wolff das Erscheinungsbild zahlreicher Städte und Dörfer in Nassau geprägt. Seine Kirchen sind zwar keine monumentalen Prachtbauten, waren aber dank ihrer eher schlichten Formen im klassizistischen Baustil für kleinere Landgemeinden bezahlbar. Wolff errichtete Amts- und Rathäuser, Schulen und Pfarrhäuser – teilweise nach Musterplänen – und war auch für deren Bauunterhaltung zuständig. Als Uferbaumeister trug Wolff Verantwortung für den Wasser- und Uferbau an den schiffbaren Flüssen (Rhein, Lahn, Main). Für Orte, die nach Großbränden wiederaufzubauen waren oder in denen neue Baulinien erschlossen werden sollten, legte er Planungen vor, die bis heute im Ortsbild erkennbar sind. Sein erstes Meisterwerk war 1824 die aus mächtigen Mainsandsteinblöcken errichtete Straßenbrücke mit sechs Bögen über das Flusstal der Nidda zwischen Höchst und Nied.
In der Haupt- und Residenzstadt Wiesbaden zählen das 1827 errichtete Hoftheater vor dem Sonnenberger Tor und die klassizistische Bebauung an der Ostseite des Luisenplatzes zu seinen Hauptwerken. Nach dem Einsturz der unter Leitung von Hofbaumeister Friedrich Ludwig Schrumpf gebauten katholischen Kirche Sankt Bonifatius 1831 wurde Wolff als Gutachter mit der Erforschung der Ursachen für das Unglück beauftragt.

Der Verfasser hat Bauakten und Pläne des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden ausgewertet, um das vielseitige Werk Wolffs zu rekonstruieren. Dabei hat er auch bisher nicht bekannte Erbauer weiterer nassauischer Kirchen ermittelt. Die großzügig bebilderte Darstellung – darunter zahlreiche bisher nie gezeigte Pläne – dokumentiert die Lebensleistung eines Baumeisters im Landesdienst zwischen 1800 und 1840. Für die regional- und lokalhistorische Forschung im Nassauer Land enthält das Buch neue Erkenntnisse und viele Detailinformationen, die durch ein Personen- und Ortsregister erschlossen sind.

Hans-Joachim Häbel: Eberhard Philipp Wolff (1773–1843) – Baumeister des Klassizismus in Nassau. Wiesbaden 2020. XVI, 484 Seiten, 163 Farbabbildungen, gebunden. ISBN 978-3-930221-40-0 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau 93).
Einführungspreis bis zum 31. Januar 2021: € 35,–, danach € 42,–.

Neuerscheinung über die Mitglieder der Waldeckischen und Pyrmonter Landstände und Landtage
Waldeckische Landstände lassen sich seit dem Landes-Rezeß von 1587 nachweisen. Landtagsabschiede änderten das Verhältnis zwischen Landesherr und Ständen immer wieder.
Mit dem Organisationsedikt von 1814 wurden dem seit seinem Beitritt zum Rheinbund »souveränen« Staat mit dem der Bezeichnung Fürstentümer Waldeck und Pyrmont eine geschriebene Verfassung und erstmals Landstände für beide Landesteile oktroyiert. Bis zur Revolution von 1848 gelang es den Mitgliedern der waldeckischen Landstände, das Wirksamwerden einer gemeinsamen Landesvertretung zu verhindern. Dem als Ergebnis der Revolution geschaffenen Landtag des Gesamtstaates war dann bis 1929 – zuletzt unter der Bezeichnung Landesvertretung – eine über 80 Jahre hinweg währende politische Wirksamkeit gestattet. Neben dem Fürsten, der waldeckischen Landeskirche, dem Domanium, dem Waldeckischen Geschichtsverein und dem Waldecker Lied wurde der Landtag zum Träger der Idee von der Waldeckischen Besonderheit.

Insgesamt 364 Männer – auch ab 1919 keine Frauen – haben den Waldeckischen und Pyrmonter Landständen und Landtagen als Mitglieder und Vorsitzende angehört. Sie stellt Jochen Lengemann an ihren Ort in der waldeck-pyrmontischen Geschichte. Und: er stellt sie in Kurzlebensläufen den Menschen von heute vor.

Jochen Lengemann (Hg.): MdL Waldeck und Pyrmont 1814–1929. Biographisches Handbuch für die Mitglieder der Waldeckischen und Pyrmonter Landstände und Landtage. Marburg 2020. X und 618 S., zahlr. s/w Abb., Personen- und Ortsregister. ISBN 978-3-942225-48-9 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 48,16; zugl.: Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen 24).
29 €

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