Praktikum der Archivauszubildenden

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Archivauszubildende in einem Magazin des Hessischen Hauptstaatsarchivs
Die Praktikantinnen und Praktikanten im Magazin des Hessischen Hauptstaatsarchivs

144 CDs, rund 277.000 Dateien und 1831 Verzeichnisse entstanden im Zuge des Raumordnungsverfahrens für die Erweiterung des Frankfurter Flughafens in den Jahren 2001/2002. Die Bewertung dieser sehr großen Dateisammlung war die Aufgabe der acht Auszubildenden des Hessischen Landesarchivs in ihrem zweiwöchigen Praktikum im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden.

Die digitalen Unterlagen aus dem Regierungspräsidium Darmstadt wurden im Zuge des Raumordnungsverfahrens für die Erweiterung des Frankfurter Flughafens angelegt. Einen Großteil dieser Unterlagen nahmen Einwendungen gegen den Flughafenausbau ein, die von Privatpersonen und Trägern öffentlicher Belange beim Regierungspräsidium eingereicht worden waren. Die Auszubildenden verschafften sich zunächst einen Überblick, indem sie die Dateiablage, die CD-Aufschriften und das dazugehörige analoge Schriftgut sichteten. Anschließend ermittelten sie – auch mithilfe einschlägiger Software – Dubletten sowie Dateien, die in mehreren Versionen vorlagen. Sie bewerteten das Schriftgut, kassierten Dubletten und übernahmen jeweils die neueste Dateiversion. Die archivwürdigen Unterlagen formierten sie zu Verzeichnungseinheiten, die in das Digitale Archiv Hessen und in Arcinsys übernommen werden.
Während ihres Aufenthalts wurden die Auszubildenden des gehobenen und höheren Dienstes in die Arbeit des Digitalen Archivs Hessen eingeführt. Im Rahmen verschiedener Schulungen setzten sie sich mit den Themen „digitale Archivierung“ und „Bewertung digitaler Unterlagen“ auseinander. Vorgestellt wurden unter anderem das Digitale Magazin (kurz: DIMAG) – eine Software-Suite, die von einem Verbund von Landesarchiven entwickelt wird (Baden-Württemberg, Hessen im Verbund mit Niedersachsen, Bayern und der Verbund „Digitale Archivierung Nord“) –, das Speicherkonzept des Digitalen Archivs sowie verschiedene Instrumente zur Übernahme, Erschließung und Verwaltung digitaler Unterlagen.

Archivauszubildende bei der Arbeit
Die Praktikantinnen und Praktikanten bei der Arbeit

Außerdem stand für die Auszubildenden eine praktische Übung mit analogen Akten aus der Altregistratur des Hessischen Hauptstaatsarchivs auf dem Programm. Nach der Erstellung einer Konkordanz zwischen dem alten und dem neuen Aktenplan machten sie Vorschläge für die Vergabe von Aufbewahrungsfristen, erfassten das vorhandene Registraturschriftgut und erarbeiteten Empfehlungen für die Bewertung der Unterlagen. Auf diese Weise sahen sie das Schriftgut sowohl aus der Perspektive des Registraturbildners als auch aus der des Archivars.
Insgesamt erwarben die Auszubildenden einen aufschlussreichen Einblick in das Digitale Archiv Hessen und machten erste Erfahrungen mit dem Bewerten von digitalem und analogem Schriftgut. Abgesehen davon wuchsen sie im Laufe der beiden Wochen immer mehr zu einem produktiven Team zusammen, das sich auch nach Dienstschluss die Zeit nahm, gemeinsam Wiesbaden zu erkunden.
Mario Aschoff, Janine Aures, Lena Böschemeyer, Pascal Hiller, Matthias Klein, Florian Lehrmann, Jennifer Meyer und Elisabeth Schläwe, Marburg

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