Welturaufführung in Wiesbaden – Film mit Mario Adorf feiert Premiere

24.06.2022, 19 Uhr, Murnau-Filmtheater, Wiesbaden

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Szenen aus dem Film "Die Rückseite des Mondes"
Szenen aus dem Film "Die Rückseite des Mondes"

Ein Film aus den Beständen des Hessischen Hauptstaatsarchivs Wiesbaden feiert Premiere: „Die Rückseite des Mondes“ erzählt in skurriler Verfremdung den Werdegang eines Theaterstücks von der Findung des Themas, über die Bearbeitung des (vermeintlichen) Autors durch die Theaterleitung, die Herstellung der Bühnenbilder und Kostüme, die Proben bis hin zur Aufführung nach. Der Titel nimmt spielerischen Bezug auf die erstmalige fotografische Dokumentation der Rückseite des Mondes im Oktober 1959. So wie dabei zum ersten Mal ein Blick auf eine verborgene Stelle geworfen werden konnte, so wirft der Film ein komödiantisches Schlaglicht auf die vor den Zuschauerinnen und Zuschauern verborgene Theaterarbeit

Der Film stammt vermutlich aus dem Jahr 1959 und wurde bis heute wohl noch nie öffentlich aufgeführt, obwohl sich zahlreiche prominente, teils legendäre Schauspielerinnen und Schauspieler ablichten ließen, darunter der junge Mario Adorf, aber auch Therese Giehse, August Everding, Axel von Ambesser, Alexander Kerst, Karl Michael Vogler und Rosl Mayr. Mit archivischem Spürsinn und der Hilfe Mario Adorfs konnten die Mitwirkenden identifiziert werden (s. Beitrag dazu in den Archivnachrichten 21/1 2021: Direktlink zum Heft).

Über den Nachlass des ehemaligen Intendanten des Wiesbadener Staatstheaters, Alfred Erich Sistig, gelangte der Stummfilm in das Hauptstaatsarchiv (HHStAW Abt. 1223). Auch wenn er einen Einblick hinter die Kulissen der Münchner Kammerspiele in den 1950er Jahren gibt, sind Vorkenntnisse nicht nötig, um ihn zu verstehen und die große Schauspielkunst dieser Jahre zu bewundern.

Der etwa 50-minütige Film ist zu sehen am 24. Juni um 19 Uhr im Murnau-Filmtheater in Wiesbaden. Begleiten wird den Stummfilm der auf Filmbegleitung und musikalischer Improvisation spezialisierte Pianist und Komponist Uwe Oberg am E-Piano. Im Anschluss findet ein moderiertes Gespräch mit Dr. Nicola Wurthmann, der Leiterin des Hauptstaatsarchivs, statt.
Tickets können über die Homepage des Filmtheaters erworben werden (Direktlink).

Wer die Vorstellung in Wiesbaden verpasst, hat im Herbst noch einmal die Chance, in den Genuss dieser filmischen Rarität zu kommen. Der Film wird erneut am 10.09.2022 um 17 Uhr im Staatsarchiv Darmstadt gezeigt.

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