Doppelausstellung: „Im mittelalterlichen Skriptorium“ und „Papier ist nicht geduldig – Erhaltung von Schriftgut und Grafik“

04. September 2018 bis 02. November 2018

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Unrestaurierte Handschrift
Unrestaurierte Handschrift

Im Mittelpunkt der Doppelausstellung stehen die materiellen Grundlagen unserer maßgeblich auf Schriftlichkeit beruhenden Erinnerungskultur sowie die Erhaltung der Originale in den Kulturgut bewahrenden Einrichtungen.
„Im mittelalterlichen Skriptorium“ zeigt die Buchherstellung in den Schreibstuben der Klöster vor Erfindung des Buchdrucks: Mit welchen Techniken und Mitteln wurden Beschreibstoffe, Tinten und Farben im Mittelalter hergestellt? Wie verwendete man sie? Wie war die Schreibstube organisiert? Gab es einen Leihverkehr von Büchern? Die Ausstellung gibt u.a. auf solche Fragen sehr anschauliche Antworten.

Ist Papier tatsächlich so geduldig, wie es die Redensart behauptet? Leider nicht....
Viele Gefahren lauern, Papier, Pergament, Fotografie usw. zu zerstören und damit auch die Informationen zu vernichten, die auf ihnen notiert waren: Tintenfraß, Schimmel oder Säure im Papier sind nur einige dieser Gefahren. Darüber hinaus können akute Fälle wie Wassereinbrüche etwa bei Starkregen oder Hochwasser und Brände Archivgut bedrohen, wie der Brand der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar 2004 gezeigt hat.
Die Ausstellung „Papier ist nicht geduldig“ zeigt die Herausforderungen, denen sich Archive und Bibliotheken zur Erhaltung des bei ihnen bewahrten schriftlichen Kulturguts zu stellen haben. Neben Schadensbildern und Notfallmanagement thematisiert die Ausstellung auch Methoden der Restaurierung von Archivgut. Eine Begleitbroschüre zur Ausstellung „Papier ist nicht geduldig“ ist vor Ort erhältlich.

Archivpädagogisches Begleitprogramm
- Kurzführung durch die Ausstellungen
- Kurzbesichtigung des Archivs mit Restaurierungswerkstatt
- Möglichkeiten zum Schreiben mit Federn, Papierschöpfen oder Herstellen von Tinte (abhängig von der Gruppengröße; Rückfragen bitte unter 06151/1626300)

Eröffnung (öffentliche Veranstaltung)
Montag, den 3. September 2018, 18 Uhr; im Eckhart G. Franz-Saal
Vortrag: „Originale sind einmalig und unersetzlich“ – Programme zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts in Deutschland
Dr. Ursula Hartwieg, Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Kuratorenführung durch die Doppelausstellung
Dr. Alice Selinger, Kunsthistorikerin, Dreieich,
„Im mittelalterlichen Skriptorium“

Matthias Frankenstein, Arbeitskreis Nordrhein-Westfälischer
Papierrestauratoren e.V., Münster/Westfalen,
„Papier ist nicht geduldig“

Termin
4. September bis 2. November 2018
Karolinensaal im Haus der Geschichte, Karolinenplatz 3, 64289 Darmstadt
Öffnungszeiten: Montag 11-19 Uhr, Dienstag bis Freitag 10-15 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Kontakt
Tel. 06151/16 26 300
Email: poststelle@stad.hessen.de