Stoffproben aus dem 18. Jahrhundert

Tuchfabrik Sunkel in Hersfeld als Beispiel für "merkantilistische" Politik

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Stoffproben aus der Tuchfabrik Sunkel, 1766-1774
Stoffproben aus der Tuchfabrik Sunkel, 1766-1774 (HStAM Best. 40b Rubr. 36 Hersfeld Nr. 11a.jpg)

Zur Verbesserung der Wirtschaft förderte Hessen-Kassel, wie viele andere frühneuzeitliche Territorien, die Ansiedlung neuer Gewerbezweige. Mit zahlreichen Privilegien ausgestattet - Zunftfreiheit, Zulassung einer unbeschränkten Zahl von Gesellen und befristete Steuerbefreiung - sollten diese Gewerbe die Qualität der einheimischen Produktion und die Exporte steigern. Ziel war es, ein Abfließen des Geldes durch Importe zu verhindern und die eigene Wirtschaftskraft zu stärken.

Zu diesen Unternehmen gehörte auch die Wollzeugmanufaktur des Johann Konrad Sunkel, die der aus Hersfeld stammende Kaufmann im Jahr 1766 gegründet hatte. Sunkel konnte auf eine reichhaltige Erfahrung in der Tuchproduktion zurückblicken: Er hatte sieben Jahre lang in der Zeugmanufaktur Wegley in Berlin gearbeitet und setzte auch in Hersfeld Berliner Webstühle ein, um die beliebten Berliner Stoffe zu produzieren. Nach einem kurzen Aufschwung während der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, in dem hauptsächlich Uniformstoffe angefertigt wurden, setzte im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts ein Niedergang der Tuchfabrik ein. Sunkels Nachfolger, sein Sohn Johann Georg Otto Sunkel, ging bereits 1804 in Konkurs.

Weitere Informationen erhalten Sie in der Publikation Aus den Schätzen des Hessischen Staatsarchivs Marburg, hg. von Steffen Arndt und Andreas Hedwig. Marburg 2009 (= Schriften des Hessischen Staatsarchiv Marburg 20), S. 144-145.

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