Welches Korn ist denn das?

Erfreuliche Resonanz auf eine Frage im letzte Newsletter

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Screenshot aus dem Newsletter HessenArchiv aktuell 2020/04
Ausschnitt aus dem Newsletter HessenArchiv aktuell 2020/04 (pdf-Version)

Im April-Newsletter wurde über eine Akte im Staatsarchiv Marburg berichtet, die vier kleine Umschläge mit Kornproben enthielt. Der Bericht über die Akte endetet mit der Frage „Welches Korn ist denn das?“ und der impliziten Aufforderung, bei Erkenntnissen sich bei der Autorin zu melden (Direktlink zum Artikel).

Tatsächlich war die Resonanz auf den Artikel erfreulich hoch. Gleich nach Veröffentlichung meldete sich ein Mann, der von seiner Schwester auf den Artikel hingewiesen worden war. Er brachte Dinkel ins Spiel und verwies auf die Universität Gießen, die einen Forschungsschwerpunkt zu Pflanzengenetik hat. Eine Genanalyse könne die offenen Frage sicher klären. Zudem schrieb Wolfgang Merk aus Bieberach an der Riß eine Nachricht. Da er sich seit Längerem mit der Agrargeschichte Oberschwabens auseinandersetzt, interessierten ihn dieser Artikel und die Körner, die er auch für Dinkel hielt. Er bat aber um eine bessere Aufnahme, um diese dann einem befreundeten Müller zeigen zu können. Dies wurde organisiert, und der befreundete Dinkelmüller und Heimatforscher, Müllermeister Gerd Graf aus Tannheim/Württemberg, schrieb zu den übersandten Bildern: „Beide Bilder sind vorwiegend Roggenkörner. Bei der Abbildung Bild mit der Endnummer 23 ist nicht ganz eindeutig zu bestimmen. Es sind vorwiegend Roggenkörner, nicht sortenrein. In der Mitte ist ein Weizenkorn, ebenso Auswuchs. Es könnten auch ein paar Dinkelkörner dabei sein... die rötliche Färbung und das längliche Korn deuten darauf hin. Die Körner hatten starken Käferfraß und Auswuchs. Das 2. Bild Nr. 24 ist Roggen etwas sortenreiner, mit Mottenbefall.“

Als Fazit kann gezogen werden, dass es sich wohl um Roggen bei den gezeigten Körnern handelt, was für die hessische Agrargeschichte wohl auch passender ist als Dinkel. Der Schädlingsbefall ist aus historischer Zeit und nicht im Archiv geschehen, so dass die Lagerung der Körnerproben weiterhin in der Akte vertreten werden kann.
Eva Bender, Marburg

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