1614 - Nassauische Schlösser

Das Hessische Hauptstaatsarchiv verwahrt einen Atlasband mit Tuschezeichnungen nassauischer Schlösser aus der Feder des Idsteiner Schlossbaumeister Henrich Hoer. Sie sind in etwa in das Jahr 1617 zu datieren. Hoer erhielt 1614 von Graf Ludwig II. von Nassau-Weilburg den Auftrag zum Bau des Schlosses in Idstein. Daneben fertigte er für seinen Herrn Zeichnungen von anderen nassauischen Schlössern in Saarbrücke an. Sie sehen hier den Aufriss dieser imposanten Anlagen. Ferner zeichnete er die Schlösser in Homburg/Saar, Philippsborn, Neunkirchen/Saar und Ottweiler.
Vom Weilburger Schloss, einem Renaissancebau, der 1532 bis 1538 errichtet wurde, zeichnete Hoer insgesamt fünf Pläne: je einen Grundriss und eine Schrägaufsicht von Erdgeschoss und Beletage sowie eine Gesamtansicht des Gebäudes aus der Vogelschau. Seine Zeichnungen verraten eine hohe Kunst der räumlichen Darstellung. Man blickt hinter der sichtbaren Außenmauer in einer Ansicht von oben in jedes Zimmer hinein, wobei Räume, Treppen, Flure, Türen und Öfen zu erkennen sind.
Die Gesamtansicht des Weilburger Schlosses aus der Vogelperspektive dokumentiert Details des Fassadenschmucks wie Renaissancegiebel, Erker, Türme, Portale, geschweifte und kleebattförmige Zwerchgiebel, Dachgauben und Fahnenstangen.

Hessisches Hauptstaatsarchiv Abt. 3011/1 Nr. 3715 B
Quelle: Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold. Kostbarkeiten aus hessischen Archiven. herausgegeben von Thomas Wurzel. Konzeption und fachliche Betreuung Fritz Wolff, Frankfurt 2000, S. 85 (stark gekürzt)

Schlösser