1860 - Endstation Bad Homburg

Der Bahnhof in Bad Homburg, der 1860 als Endpunkt der „Homburger Bahn“ von Frankfurt nach Bad Homburg eröffnet wurde, wirkt großstädtisch – zumindest auf dem Plan.
Ein Blick auf die Grundrisse zeigt jedoch die eher bescheidene Ausstattung des rund 25 Meter langen Gebäudes: In der Vorhalle gab es ein „Gepäck-Bureau“ und ein „Billet und Telegraphen-Bureau“. Rechterhand lag der Wartesaal für Passagiere III. Klasse, links der Wartesaal zweiter und erster Klasse. Offenbar gab es nur eine einzige Toilette, von der Vorhalle aus über eine Treppe zu erreichen, jedoch keinerlei Gastronomie.
Im Obergeschoss befanden sich Büros und eine Dreizimmer-Wohnung für den Stationsvorsteher, übrigens: ohne Bad.
Die Gleisanlagen des kleinen Kopfbahnhofs lagen links des Gebäudes, nicht direkt dahinter, wie man es von neueren Kopfbahnhöfen kennt. Immerhin konnte man sie trockenen Fußes erreichen: Eine überdachte Verbindungshalle führte in die Gleishalle, in der es nur zwei Bahnsteige gab - einen zum Aussteigen und einen zum Einsteigen.
Zur Bahnhofsanlage gehörten laut Plan auch ein jeweils durch eigene Gleise erschlossener Güterschuppen mit Verladerampe, ein Kohlenschuppen mit Wasserstation, eine „Locomotiven-Remise“, eine „Wagen-Remise“ und ein separates Werkstattgebäude.
Im Jahr 1907 wurden der sogenannte „Frankfurter Bahnhof“ und der zweite Kopfbahnhof (Strecke Bad Homburg - Usingen) an anderer Stelle durch einen modernen Durchgangsbahnhof ersetzt, dessen Gebäude noch heute besteht.

Hessisches Hauptstaatsarchiv Abt. 3011/1 Nr. 3383 V

Bahnhof Bad Homburg