1931 - Der trommelnde Tod

In der Weimarer Republik erlebte das politische Plakat in Deutschland eine Blütezeit. Ab dem 28. März 1931 musste allerdings jedes Plakat und jedes Flugblatt mit politischem Inhalt mindestens 24 Stunden vor der Verbreitung der zuständigen Behörde zur Kenntnisnahme vorgelegt werden. Das hier zu sehende SPD-Plakat wurde am 27. Mai 1932 dem Hessischen Polizeiamt eingereicht. Es sollte im hessischen Landtagswahlkampf eingesetzt werden. Und tatsächlich wurde die Aushanggenehmigung erteilt.
Ein skelettierter Mensch ist zu sehen, der über eine Landschaft mit brennenden Dörfern marschiert und dabei auf einer Trommel den Takt angibt. Der den Tod verkörpernde Mann ist in eine stilisierte Uniform der SA gekleidet. Diese war zu diesem Zeitpunkt verboten. Durch die überdimensionale Größe und das Eiltempo der Schritte wirkt das Dargestellte bedrohlich und symbolisiert damit die Bedrohung durch den Nationalsozialismus. Mit dem Schriftzug „Soll es so weit kommen?“ wird die Bildaussage unterstrichen. Das Plakat appelliert an den Betrachter, der heraufziehenden Gefahr eines erneuten Krieges entgegenzutreten, der durch die Nationalsozialisten entfacht werden könnte.

Hessisches Staatsarchiv Darmstadt R 2 Nr. 317
Quelle: Alte Documente ... sind uns so lieb als Gold. Kostbarkeiten aus hessischen Archiven. herausgegeben von Thomas Wurzel. Konzeption und fachliche Betreuung Fritz Wolff, Frankfurt 2000, S. 26 (stark gekürzt)

Trommelnder Tod