Ausstellung: "Wohin sollten wir nach der Befreiung?" Zwischenstationen - Displaced Persons nach 1945

1. September bis 24. Oktober 2016

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DP-Ausstellung
Ausstellung "Wohin sollten wir nach der Befreiung?"

Staatsarchiv Darmstadt zeigt Wanderausstellung des International Tracing Service

Am Ende des Zweiten Weltkriegs lebten in Europa bis zu dreizehn Millionen Displaced Persons (DPs), die 1945 von den Alliierten aus Konzentrationslagern, Zwangsarbeit und teilweise aus Kriegsgefangenschaft befreit wurden.

Der International Tracing Service (ITS), ein Archiv und Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung und die befreiten Überlebenden, hatte zu diesem Thema eine Wanderausstellung erarbeitet, die vom 1. September bis 24. Oktober 2016 im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt gezeigt wurde.

Die Ausstellung lenkte den Blick nicht nur auf die alliierten Strategien im Umgang mit den DPs sondern zeigt insbesondere auch das Schicksal Überlebender und die Realität des Lebens in den DP-Camps. Sie dokumentierte den unbändigen Lebenswillen vieler DPs, den Wunsch nach einem möglichst „normalen“ Leben nach all dem Schrecken. So wurden durch DPs Parteien gegründet, Theater und Orchester gespielt. In manchen DP-Camps war sogar ein regelrechter „Baby-Boom“ zu verzeichnen, wie die Produktion eigener Kinderwägen zeigt.

Die Besonderheit der Ausstellung sah die Kuratorin, Dr. Susanne Urban, in der Vielfältigkeit und Offenheit für die unterschiedlichsten Aspekte der DP-Geschichte. Es sollten keine Lesarten vorgegeben, keine zu einfachen Schlüsse gezogen werden. Denn DP-Geschichte ist nicht frei von Brüchen: nicht alle schafften den Schritt in ein zweites Leben und die Bewältigung der erlebten Traumata. Mitunter waren unter den alliierten Helfern Antisemitismus und Ressentiments gegenüber den DPs zu beobachten, und es gab als DPs getarnte Kollaborateure, die versuchten, auf diese Art ihren Strafen zu entgehen.

Die facettenreiche Wanderausstellung wurde lokalhistorisch ergänzt durch Vitrinen mit Archivalien des Staatsarchivs, die von Studierenden der TU Darmstadt gestaltet wurden.

Ein attraktives wissenschaftlich-pädagogisches Rahmenprogramm eröffnete weitere multiperspektivische Zugänge zur Thematik. So sprach unter anderem Kuratorin Dr. Urban, zum Thema Jüdische Kinder als Überlebende. Dr. Holger Köhn, ein ausgewiesener Kenner der Thematik, lenkte den Blick auf das „Leben im Transit“ in Südhessen. Das Team Archiv- und Museumspädagogik Darmstadt bildete Schülerinnen und Schüler zu SchülerGuides aus, die selbst Führungen durch die Ausstellung gestalteten.

Ort: Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Karolinenplatz 3, 64289 Darmstadt

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Begleitprogramm DP-Ausstellung
Pressemitteilung Eröffnung DP-Ausstellung