Was passiert, wenn Geschichte buchstäblich unter Wasser gerät? Und wie lassen sich Akten, Urkunden und Dokumente bewahren, wenn Feuer, Schimmel, Schädlinge oder Papierzerfall sie bedrohen?
In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ geht es um ein Thema, das oft im Hintergrund bleibt, für Archive aber unverzichtbar ist: die Bestandserhaltung. Gemeinsam mit Dr. Sabine Fees aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg sprechen wir darüber, wie gefährdete Unterlagen gesichert, gereinigt, verpackt und langfristig nutzbar gemacht werden.
Ausgangspunkt ist eine Katastrophe in Bad Hersfeld: In der Nacht vom 19. Juli 1956 trat nach starken Regenfällen die Geis über die Ufer. Die Altstadt wurde überflutet, Keller liefen voll – darunter auch das Landratsamt Hersfeld. Dort gelagerte Akten versanken in Wasser und Schlamm. Betroffen waren nicht nur Verwaltungsunterlagen, sondern auch Quellen zur Geschichte einer ganzen Region: Akten aus der Nachkriegszeit, Unterlagen zu Schulen, Gesundheit, Verkehr, Wahlen, Ein- und Ausbürgerungen und zur besonderen Lage des Kreises an der innerdeutschen Grenze.