Das Projektteam wird zwei für die Aufarbeitung der Vermögensentziehung in der NS-Zeit zentrale Quellenbestände erschließen: Zum einen werden 48.000 Einzelfallakten in dem Archivinformationssystem Arcinsys verzeichnet, die in Umsetzung des Militärregierungsgesetzes Nr. 59 der amerikanischen Besatzungsverwaltung bei den zehn Rückerstattungsämtern in Hessen entstanden sind (HHStAW, Best. 519/5). Zum anderen werden 15.000 Einzelfallakten aus Verfahren nach dem Bundesrückerstattungsgesetz von 1957 verzeichnet (HHStAW, Best. 519/6). Beide Bestände sind bislang ausschließlich über analoge Karteien recherchierbar.
Die Datenerfassung erfolgt nach dem von der Konferenz der leitenden Archivdirektorinnen und -direktoren beschlossenem Metadatenstandard für Rückerstattungsakten, der die Erhebung einer Vielzahl von Personendaten und Verfahrensangaben vorsieht. Die Erschließungsinformationen werden, soweit rechtlich zulässig, dem Themenportal zur Verfügung gestellt. Dadurch wird eine differenzierte Recherche nach Personen und konkreten Vermögenswerten wie z. B. Immobilien, Mobiliar, Schmuck, Kunst, Musikinstrumenten, aber auch Bankguthaben oder Aktienwerten möglich.