Im Mittelpunkt steht eine Neuinszenierung des Wagner’schen Musikdramas „Tristan und Isolde“, das mit den eingangs zitierten Worten eröffnet, und die vielfältigen Deutungen des Tristan-Mythos bis in die Gegenwart hervorhebt. Dazu holt der Regisseur Tiago Rodrigues das Archiv, symbolisiert durch mit Akten gefüllte Regale, auf die Bühne, die Darsteller blättern in den Akten und stellen Fragen an die Geschichte. Begleitend ist eine Reihe von Experten-Talks geplant unter der Überschrift „Die Kunst des Archivs“, moderiert von Dr. Kai Hinrich Müller, zu der auch die Leiterin des Hauptstaatsarchivs Wiesbaden, Dr. Nicola Wurthmann, eingeladen ist. Sie wird am 17. Mai mit dem Juristen Prof. Dr. Paul Klimpel und der Poetry Slammerin Mali Carillo über das Thema „Archiv und Zukunft“ diskutieren.
Das echte Archiv(gut) des Staatstheaters Wiesbaden ist im Hauptstaatsarchiv (Best. 428) überliefert. Zahlreiche Werkakten zu den Inszenierungen, eine Vielzahl an Künstler- und Szenenfotos sowie Plakate, Programmhefte und Presseartikel gewähren Einblick in die Theaterwelt seit dem frühen 19. Jahrhundert bis heute. Auch eine kleine Sammlung an Skizzen von Bühnenbildern und Kostümentwürfen aus der Zeit um 1900 ist erwähnenswert. Hinzu kommen Personalakten, gerade auch zu den hier tätigen Künstlern, Verwaltungsakten sowie Unterlagen zu Bau und Instandhaltung des Gebäudes.