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Aufgeschlossen - Türen zur Geschichte

Folge 16: Geschwärzt und verborgen: Die geheimnisvollen Tagebücher des Fabian von Massenbach

Was verraten private Tagebücher über Geschichte – und was passiert, wenn Teile davon bewusst unlesbar gemacht werden? Welche Geheimnisse verbergen sich hinter den geschwärzten Seiten eines außergewöhnlichen Nachlasses?

In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ öffnen wir die Tagebücher des Freiherrn Fabian von Massenbach. Gemeinsam mit Dr. Rouven Pons, Leiter des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt, sprechen wir über eine der faszinierendsten Quellen zur hessischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Massenbach gehörte als Flügeladjutant zum engsten Umfeld des letzten Großherzogs von Hessen und hielt zwischen 1896 und 1948 seine Erlebnisse, Reisen, politischen Beobachtungen und persönlichen Gedanken in umfangreichen Tagebüchern fest. Als homosexueller Mann reflektierte er darin zudem seine persönlichen Beziehungen und die damit verbundenen gesellschaftlichen Zwänge seiner Zeit.

Mann steht neben einem Regal in einem Gang und schaut vertieft in ein Buch
Welche Geheimnisse verbergen sich in den Tagebüchern des Fabian von Massenbach? Dr. Rouven Pons erzählt uns dazu mehr!

Die Aufzeichnungen eröffnen einzigartige Einblicke in das Leben am großherzoglichen Hof, die Revolution von 1918/19, die Weimarer Republik, den Nationalsozialismus und die unmittelbare Nachkriegszeit. Gleichzeitig erzählen sie von Reisen quer durch Europa, persönlichen Beziehungen, gesellschaftlichen Konventionen und einem Menschen, dessen politische Haltung sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich verändert.

Besonders rätselhaft sind die zahlreichen Passagen, die Jahrzehnte nach ihrer Entstehung vom damaligen Leiter des Staatsarchivs mit schwarzer Tusche dauerhaft unkenntlich gemacht wurden. Warum geschah das? Welche Inhalte sollten verborgen bleiben? Und besteht heute noch die Hoffnung, diese Schwärzungen mit modernen technischen Methoden sichtbar zu machen?

Aufgeschlagenes, handschriftlichen Manuskripts. Die Seiten sind dicht mit Tinte beschrieben und teilweise durch großflächige Schwärzungen redigiert.
Doppelseite aus dem Tagebuch Massenbachs mit Schwärzungen von Archivdirektor Ludwig Clemm (HStAD, Best. D 24, Nr. 62/3)

Außerdem erfahren Sie, wie die rund 1.000 Seiten umfassenden französischsprachigen Tagebücher transkribiert, übersetzt und digital erschlossen wurden, warum Tagebücher für Archive eine so wertvolle Quelle darstellen und welche neuen Forschungsmöglichkeiten sich dadurch eröffnen.

Mehr Informationen zu dieser Episode sowie zur Ausstellung „Die Massenbach-Tagebücher – Hessen zwischen Großherzogtum und Demokratie“  finden Sie auf landesarchiv.hessen.de 
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Jan-Hendrik Evers und Maria Kobold, Hessisches Landesarchiv

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