Dass Heinrich von Kleist (1777-1811) vor allem als Dichter und Schriftsteller tätig war, ist wohl allgemein bekannt. Auch dass er im Laufe seines Lebens viel umherreiste und so u. a. in Paris, Berlin, Dresden und Königsberg lebte, ist durch verschiedene Quellen wie auch viele seiner Werke eindeutig belegt. Weniger bekannt und vor allem kaum dokumentiert ist dagegen ein möglicher Aufenthalt durch Heinrich von Kleist in Eschborn – und trotzdem erhielt die zunächst namenlose Gesamtschule Eschborn 1981 auf dieser Grundlage ihren bis heute bestehenden Namen. Dass der Prozess dieser Namensgebung deswegen auch zu einem größeren Politikum wurde, ist in einer der nun verzeichneten Akten umfangreich dokumentiert (HHStAW, Best. 814/6, Nr. 37).
Vorgeschlagen wurde der Name „Heinrich-von-Kleist-Schule“ im März 1979 von der Historischen Gesellschaft Eschborn in einem Schreiben an den damaligen Bürgermeister Hans-Georg Wehrheim. Begründet wurde der Vorschlag darin zum einen mit der Bedeutung Heinrich von Kleists „als eine[m] der großen Klassiker der deutschen Sprache“, vor allem aber wird die besondere Bedeutung Heinrich von Kleists für die Stadt Eschborn hervorgehoben. Verwiesen wird dazu auf einen Brief mit der Datumsangabe „Eschborn, 25. Februar 1795“, den Heinrich von Kleist an seine Schwester Ulrike geschrieben hat.