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Aufgeschlossen - Türen zur Geschichte

Folge 17: Verfolgt, verhört, verurteilt: Hexenverfolgung in Hessen

Wie entstand der Glaube an Hexen – und wie konnte aus Vorstellungen von Magie, Teufelspakt und Schadenszauber ein Verbrechen werden, für das Menschen verfolgt, gefoltert und hingerichtet wurden? Und was verraten uns die überlieferten Akten heute über die Mechanismen der Hexenverfolgung?

In dieser Folge von „Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte“ werfen wir gemeinsam mit Dr. Karl Murk vom Hessischen Staatsarchiv Marburg und dem Historiker Dr. Ronald Füssel einen Blick auf die Geschichte der Hexenverfolgung und auf konkrete Fälle aus hessischen Gebieten.

Zwei Männer lächeln in die Kamera. Vor ihnen liegen geöffnet Akten
Experten in Sachen Hexenverfolgung in Hessen: Dr. Karl Murk (links) und Dr. Ronald Füssel

Dabei räumen wir auch mit verbreiteten Vorstellungen auf: Hexenverfolgungen waren kein ausschließlich mittelalterliches Phänomen und gingen keineswegs nur von der katholischen Kirche aus. Vielmehr entwickelte sich der Hexenglaube über Jahrhunderte aus Vorstellungen von Zauberei, Häresie und dem Bund mit dem Teufel. Wirtschaftliche Not, Missernten, Krieg und gesellschaftliche Krisen konnten Verfolgungswellen zusätzlich begünstigen.

Doch wie wurde aus einem Gerücht ein Gerichtsverfahren? Welche Rolle spielten der „Hexenhammer“, die Strafgerichtsordnung Carolina, Zeugenaussagen und sogenannte „Besagungen“? Und welche Bedeutung hatten Folter, Geständnisse und Verteidigung vor Gericht? Am Beispiel der 1655 bei Marburg der Hexerei beschuldigten Elisabeth Seip zeigt die Folge eindrücklich, wie umfangreich solche Prozesse sein konnten – und wie aus der Beschuldigung einer einzelnen Person weitere Verfahren entstehen konnten.

Holzschnitt mit den möglichen Körperstrafen nach einem Prozess. Seite der Halsgerichtsordnung von Kaiser Karl V. (HStAM)
Seite der Halsgerichtsordnung von Kaiser Karl V.

Prozessakten, Verhörprotokolle und Chroniken machen zugleich die Schicksale der Betroffenen sichtbar. Sie zeigen, dass Frauen ebenso wie Männer und sogar Kinder in die Verfolgungen hineingezogen wurden – und dass hinter dem heute oft klischeehaft dargestellten „Hexenwahn“ reale Menschen, soziale Konflikte und tödliche Konsequenzen standen.

Die Folge zeigt, wie sich Angst, Glaube, gesellschaftliche Krisen und Rechtsprechung gegenseitig verstärken konnten – und wie sich der Umgang mit Hexerei im Zuge der Aufklärung schließlich veränderte. Gleichzeitig wird deutlich, welchen besonderen Wert die im Hessischen Landesarchiv überlieferten Quellen für das Verständnis dieses dunklen Kapitels der Geschichte besitzen.

handschriftliches Dokument aus der Frühen Neuzeit.
Todesurteil gegen Elisabeth Seip (HStAM, Best. 260 Marburg, Nr. 199)

Mehr Informationen zu dieser Episode sowie zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs finden Sie auf landesarchiv.hessen.de 
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Jan-Hendrik Evers und Maria Kobold, Hessisches Landesarchiv

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