Fremde - Heimat - Identität. 80 Jahre Migration nach Hessen

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Mosbacher Straße 55, 65187 Wiesbaden

Hessen verfügt über eine lange Zuwanderungsgeschichte. Davon zeugt etwa die Messestadt Frankfurt am Main, seit dem Mittelalter ein Zentrum der Zuwanderung, oder die Weltkurstadt Wiesbaden, die im 19. Jahrhundert durch das florierende Badewesen Menschen aus der ganzen Welt anzog, die vielfach geblieben sind. Andere Städte wie Friedrichsdorf, Bad Karlshafen oder Walldorf wurden von Hugenotten oder Waldensern gegründet.

Während die Migration in die Vorläuferterritorien Hessens gut erforscht ist, sind die Phasen und Folgen der Zuwanderung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die Gegenwart längst nicht erschöpfend untersucht. Und das, obwohl heute hat fast jeder dritte Einwohner Hessens einen Migrationshintergrund hat. Anlässlich des aktuellen Jubiläums „80 Jahre Hessen“ widmet sich die Tagung der Frage, welche Zuwanderer das Land, seine Regionen und Städte geprägt haben, und nimmt zugleich Chancen und Herausforderungen in den Blick. Zudem werden Möglichkeiten der politischen und gesellschaftlichen Teilhabe analysiert und die Bedeutung gelingender Integration für eine stabile Demokratie diskutiert.

Ausgangspunkt sind zentrale Phasen der Zuwanderung seit der Gründung des Bundeslandes: In der direkten Nachkriegszeit war der Zustrom an Vertriebenen aus Ost- und Südosteuropa zu bewältigen. Die 1950er und 1960er Jahre waren vom wirtschaftlichen Aufschwung geprägt, mit dem die Arbeitsmigration einsetzte. Für sie stehen stellvertretend die „Gastarbeiter“. Politische Umbrüche führten v.a. ab den 1970er Jahren zu weiteren Migrationsbewegungen. Mit dem Notaufnahmelager in Gießen war Hessen Schwerpunkt der innerdeutschen Migration, Flüchtlinge aus der DDR kamen hier an und wurden weitervermittelt. Und schließlich sind aktuelle Entwicklungen seit den 1990er Jahren einschließlich der großen Flucht- und Migrationsbewegung 2015/2016 zu betrachten. Dabei stehen auch regionale und lokale Migrationsgeschichte(n) im Fokus, etwa am Beispiel der Landeshauptstadt Wiesbaden. Darüber hinaus werden einschlägige Quellen aus verschiedenen hessischen Archiven vorgestellt, die neue Forschungsansätze eröffnen.

Nähere Informationen zum Programm folgen.

Veranstalter: Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden in Kooperation mit dem Stadtarchiv Wiesbaden und dem Bund der Vertriebenen in Hessen

Anmeldung, Veranstaltungsort und Kontakt

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist ab August 2026 online hier möglich. 

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