Mann in Anzug mit Brille und verschränkten Armen steht in einem Gang mit Regalen

Neue Leitung im Hessischen Staatsarchiv Marburg

Zum 1. Februar 2026 tritt Dr. Dominik Motz in der Nachfolge von Prof. Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß die Leitung der Abteilung Hessisches Staatsarchiv Marburg im Hessischen Landesarchiv an.

Nach einem Vierteljahrhundert rheinischer Leiter übernimmt mit Dr. Dominik Motz ein waschechter Hesse die Verantwortung für das Staatsarchiv am Friedrichsplatz, das Grundbuch- und Personenstandsarchiv Hessen in Neustadt sowie das Archiv der deutschen Jugendbewegung auf Burg Ludwigstein (Witzenhausen).

Der in Fulda geborene 41-Jährige absolvierte in Kassel ein Lehramtsstudium der Fächer Germanistik, Politik- und Erziehungswissenschaften und wurde im dortigen Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften 2014 auch promoviert mit einer Dissertation über „Funeraldrucke [also anlässlich des Todes von Familienmitgliedern erstellte Druckwerke] als Medien dynastischer Erinnerung am Beispiel des Hauses Waldeck-Pyrmont“. Das Referendariat für den höheren Archivdienst absolvierte er bereits am Hessischen Staatsarchiv Marburg und an der Archivschule Marburg, bevor er die Leitung im Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen in Kassel übernahm. Einschlägig mit Archivwesen und Geschichte Nord- und Osthessens vertraut, ist Dominik Motz darüber hinaus noch in Land und Region durch eine ganze Reihe von Ämtern bestens vernetzt, u. a. als Vorstandsmitglied der Historischen Kommission für Hessen 1897, als Schatzmeister des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde e. V. – Zweigverein Kassel, als Mitglied der Schriftleitung im Waldeckischen Geschichtsverein und als stellvertretender Vorsitzender des Landesverbands Hessen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e. V. Eine entsprechende thematische Breite und einen epochenübergreifenden Blick zeichnen die Vielzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen des neuen Staatsarchivleiters aus. 

Blick auf das Hessische Staatsarchiv Marburg

„Meine Perspektive für das Staatsarchiv Marburg lässt sich mit drei Kernbegriffen überschreiben“, so Dr. Motz: „offen, resilient und innovativ“. Wichtig ist ihm die Stärkung der demokratischen Gesellschaft und ihrer Erinnerungskultur angesichts zunehmender Polarisierung: „In Zeiten von ‚Fake News‘ ist eine erhöhte Sichtbarkeit des Staatsarchivs durch attraktive, niederschwellige Informationszugänge oder durch neue digitale Angebote unabdingbar.“ Die Erschließung neuer Zielgruppen sowie der Schutz des analogen und digitalen Archivguts vor Bedrohungen durch Großschadensereignisse oder Cyberangriffe zählen ebenfalls zu den Zielen, die Motz erreichen möchte. „Auf all diesen Gebieten haben das Staatsarchiv Marburg und das Hessische Landesarchiv bereits einen bundesweit hohen Stand erreicht. Mein Anspruch ist es, mit konkreten Ideen das Staatsarchiv mit seinen Außenstellen in Neustadt und auf Burg Ludwigstein konsequent weiterzuentwickeln“, wie Motz verdeutlicht.

Dr. Motz folgt nach gut einjähriger Vakanz als Leiter des Staatsarchivs Marburg Prof. Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß, der Anfang 2025 das Amt des Präsidenten des Hessischen Landesarchivs antrat. Kistenich-Zerfaß betont: „Ich freue mich sehr, dass wir mit Herrn Motz einen bestens vernetzten und ausgewiesenen Archivar und Landeshistoriker, einen innovativen und lösungsorientierten Fachkollegen und eine erfahrene Führungskraft gewinnen konnten. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit hier im Haus und danke zugleich Frau Dr. Katrin Marx-Jaskulski, die als kommissarische Leiterin im zurückliegenden Jahr die Geschicke des Staatsarchivs klug, engagiert und erfolgreich geleitet hat und als stellvertretende Leiterin auch weiterhin in verantwortungsvoller Position die Zukunft des Staatsarchivs verantwortlich mitgestaltet.“

Pressestelle, Hessisches Landesarchiv

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