Weggesperrt und geschwärzt – die Tagebücher des Freiherrn von Massenbach, Adjutant des letzten Großherzogs von Hessen, die er zwischen 1896 und 1948 führte, haben einiges mitgemacht. Jetzt werden sie erstmals im Rahmen einer großen Ausstellung im Darmstädter Haus der Geschichte ans Licht gebracht. Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Demokratiewerdung Hessens 1918/19. Massenbach beobachtete den Umbruch aus dem inneren Kreis der alten Eliten heraus und beurteilte das Verhalten dieser Gesellschaftsschicht ebenso kritisch wie das Verhalten revolutionärer Gruppierungen. Die Umwandlung Hessens in eine Republik stand für ihn aber 1918/19 außer Frage. Die Ausstellung wird aufgrund dieser Tagebuchnotizen und angereichert mit Archiv- und Bildmaterial dieses einschneidende Erlebnis visualisieren, dabei aber die Demokratieentwicklung und ihre Unterdrückung bis zu Massenbachs Tod 1948 nachvollziehen. Es entsteht ein facettenreiches Bild politischer Umwälzungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die nachhaltig das demokratische Gefüge bis heute prägen.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Hessische Kulturstiftung und die Merck‘sche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft.
Begleitend zur Ausstellung wird der Historische Verein für Hessen eine Vortragsreihe anbieten, die von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung unterstützt wird.
Eröffnung: 21. Oktober 2026, 18 Uhr (weitere Informationen folgen)
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 17:30 Uhr
- Eintritt frei -