Neuerscheinungen

Aktuelle Monographien und Sammelbände des Hessischen Landesarchivs und der historischen Kommissionen (in Auswahl)
Buchumschlag "Juden als Darmstädter Bürger"
Juden als Darmstädter Bürger

Das Standardwerk „Juden als Darmstädter Bürger“ liegt als neu gestaltete und stark erweiterte Neuausgabe nun wieder vor. Es veranschaulicht die Epochen der jüdischen Geschichte in Darmstadt durch die Jahrhunderte. Biographische Essays stellen rund 50 historische Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft, Wirtschaft und Politik beispielhaft mit ihren Leistungen und ihrem Schicksal vor. Eine Zusammenstellung von Opfern der Verfolgungen und Deportationen 1938–1945, erarbeitet auf der Grundlage neuester Forschungen, umfasst nahezu 600 Personen mit ihren biographischen Daten.
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Juden als Darmstädter Bürger, neu herausgegeben von J. Friedrich Battenberg, Peter Engels und Thomas Lange, begründet von Eckhart G. Franz. Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe Wiesbaden 2019. XVIII, 530 Seiten mit 220 Farbabbildungen, geb. € 25,–. ISBN 978-3-921434-36-9 (Schriften der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen Bd. 31)

Buchumschlag Chronik der Pfarrei Meerholz
Chronik der Pfarrei und Kirchengemeinde Meerholz, geführt von Pfarrer Lorenz Kohlenbusch 1896-1932

Mit der Herausgabe und Kommentierung der Chronik wird ein Stück Sozialgeschichte des Landlebens im (ehemaligen) Kurhessen erschlossen. Die Chronik ermöglicht einen Blick durch die religiös-protestantische Brille auf das Leben in zwei größeren Dörfern, am Beginn sowohl einer politischen als auch sozialen und wirtschaftlichen Transformation.
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Michael Lapp (Hg.): Chronik der Pfarrei und Kirchengemeinde Meerholz, geführt von Pfarrer Lorenz Kohlenbusch 1896-1932. 216 Seiten, 18 s/w u. farb. Abb., Personenregister. Marburg 2019 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 180). ISBN 978-3-88443-335-5 geb. € 28,00

Titelseite Buch "Belastete Demokraten"
Belastete Demokraten.

Hessische Landtagsabgeordnete der Nachkriegszeit zwischen Nationalsozialismus und Liberalisierung.

In den Parlamenten der frühen Bundesrepublik saßen zahlreiche Politiker, die vor 1945 die NS-Diktatur unterstützt hatten. Welche individuellen Wandlungsprozesse durchliefen die „belasteten Demokraten“, die als Bürgermeister und Landräte, als Staatssekretäre, Minister und Abgeordnete die politische Kultur der Nachkriegszeit prägten? Wie konnte die noch junge Demokratie an Stabilität gewinnen, obwohl auf politisch einflussreichen Posten frühere Nationalsozialisten saßen, die über nur wenige demokratische Erfahrungen und Denkweisen verfügten? Oder trugen die betroffenen Politiker gerade wegen ihrer Diktatur-Erfahrungen zur Demokratisierung bei?

Die von der Marburger Zeithistorikerin Sabine Schneider verfasste gruppenbiographische Studie untersucht beispielhaft die Lebenswege von elf Abgeordneten des Hessischen Landtags. Durch diesen Zugang gelingen der Autorin tiefe Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen der NS-Belastung, den Lernprozessen einzelner Politiker und der gesamtgesellschaftlichen Liberalisierung in den ersten Jahrzehnten der jungen deutschen Demokratie.

Sabine Schneider: Belastete Demokraten. Hessische Landtagsabgeordnete der Nachkriegszeit zwischen Nationalsozialismus und Liberalisierung. 560 Seiten. Marburg 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 48,15, zugl. Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen 47).
ISBN 978-3-942225-45-8 geb. € 35,00

Einband Mylius Etwas sensationell Neues
Etwas sensationell Neues“. Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius

Mit „Etwas sensationell Neues“. Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius präsentiert das Hessische Staatsarchiv Marburg in Kooperation mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, dem Institut für Geschichte der Pharmazie der Philipps-Universität, dem Antiquariat und Verlag Elwert sowie Reinhard Forst und Jutta Schuchard die erste Ausstellung zu den wohl frühesten Farbfotografien der Stadt Marburg und ihrer näheren Umgebung.

Die pittoresken Aufnahmen wurden 1911 von dem jungen Pharmazeuten und begabten Amateur-Fotografen Georg Mylius (1884-1979) im Autochrome-Verfahren der Brüder Lumière auf Glasplatten belichtet. Ab 1912 wurden 24 ausgewählte Motive als Farbpostkarten vom Marburger Traditionsverlag N.G. Elwert in hohen Auflagen vertrieben. Der Reiz der prächtigen Farbaufnahmen, die zu dieser Zeit – um mit Mylius zu sprechen – „etwas sensationell Neues“ waren, wird in dem reich bebilderten Begleitbuch zur Ausstellung eindrucksvoll bestätigt. Elf Beiträge beleuchten das Leben und Werk von Georg Mylius sowie sein Marburger Umfeld aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Durch die Verbindung von biographischen, technik- und milieugeschichtlichen Aspekten entsteht ein abgerundetes Bild vom Leben und Wirken eines Fotopioniers in einer Zeit, als „Stadt und Umgebung noch unberührt von den neuzeitlichen Bauten in der Natur lag[en]“ (Georg Mylius).

„Etwas sensationell Neues“. Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Hessischen Staatsarchiv Marburg, 128 Seiten, zahl. farb. Abb., Marburg 2019 (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 37). ISBN 978-3-88964-222-6 geb. € 10,00

Titelseite Hermann Hupfeld
Hermann Hupfeld als Gymnasiast in Hersfeld und Studienanfänger

Nach Otto Kaisers langjähriger Beschäftigung mit dem Theologen und Orientalist Hermann Hupfeld (1796–1866) kommt den hier veröffentlichten Briefen eine besondere Bedeutung zu. Der Herausgeber, der 2017 verstarb, schätzte sie als besonders aussagekräftig für Hermann Hupfelds frühe geistige Entwicklung ein. Sie geben persönliche Einblicke in sein Leben als Primaner im Hersfelder Gymnasium bis zu seinen ersten Semestern an der Universität Marburg.

Die in den Jahren 1811 bis 1814 an seinen Patenonkel Karl Sigel gerichteten Briefe und die Auszüge aus den Schulakten vermitteln einen guten Eindruck von den persönlichen Prägungen Hermann Hupfelds, und sie werfen ein starkes Licht auf die Bedeutung seiner Hersfelder Lehrer für seine weitere wissenschaftliche Entwicklung. Das Buch liefert einen willkommenen Baustein zur Biographie Hermann Hupfelds und zugleich zur Geschichte des Hersfelder Gymnasiums.

Otto Kaiser (Hg.): Hermann Hupfeld als Gymnasiast in Hersfeld und Studienanfänger in Marburg – nach Briefen aus den Jahren 1811-1814. Marburg 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 46,16). 166 Seiten, 15 farb. Abb./Karten, Personenregister. ISBN 978-3-942225-44-1
geb. € 24,00

Titelblatt Zeitenwende
Zeitenwende in Hessen. Revolutionärer Aufbruch 1918/1919 in Demokratie

Die Novemberrevolution von 1918 markierte den revolutionären Wendepunkt von der mit der Niederlage des Ersten Weltkriegs scheiternden Monarchie zur ersten deutschen Demokratie. Der entscheidende nächste Schritt gelang am 19. Januar 1919. An diesem Tag wählten alle Deutschen, erstmals auch Frauen, die verfassunggebende Weimarer Nationalversammlung, die eine demokratische Reichsverfassung aushandelte und damit die Weimarer Republik begründete.
Dieser ereignisreichen, komplexen und so wirkungsmächtigen historischen Phase und ihren Konsequenzen widmet das Hessische Landesarchiv eine Tafelausstellung und diese Begleitpublikation. Ausstellung und Publikation dokumentieren den revolutionären Umbruch der Jahre 1918/1919 auf dem späteren Gebiet des Bundeslandes Hessen und zeichnen seine Auswirkungen auf den demokratischen Neubeginn in Hessen 1945/1946 nach.

Andreas Hedwig (Hg.): Zeitenwende in Hessen. Revolutionärer Aufbruch 1918/1919 in die Demokratie.136 Seiten, zahlr. s/w und farb. Abb. Marburg 2019 (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 36). ISBN 978-3-88964-221-9 geb. € 10,00

Titelblatt Landgraf Ludwig
Landgraf Ludwig I. von Hessen (1402–1458). Politik und historiographische Rezeption.

Ludwig I. von Hessen (1402–1458), genannt »der Friedfertige«, genießt in den historischen Dar-stellungen ein hohes Ansehen, betrachtet man ihn doch als zweiten Gründer der Landgrafschaft und durchwegs erfolgreichen Fürsten mit einem verdient verliehenen Beinamen. Prüft man diese Aussagen und Perspektiven, so stellt sich die grundlegende Erkenntnis ein, dass sie von der Historiographie der Zeit um 1500 in hohem Maße vorgeprägt sind. Das Bild des Landgrafen und seiner Politik wurde durch die Chronisten Nuhn und Gerstenberg so stark bestimmt, dass sich die Forschung davon niemals ganz gelöst hat.

Somit ergeben sich zwei Hauptfragen, die dieses Buch behandelt. Erstens werden die Grundlinien der Politik Ludwigs insbesondere im Verhältnis zu den auswärtigen Partnern neu erarbeitet, was nur auf Basis der zeitgenössischen Quellen zu leisten ist, die in diesem Fall über zahlreiche Archive Europas verstreut sind. Zweitens ist zu fragen, wie das vorherrschende Bild Ludwigs entstanden ist, bei dem sich manche Aspekte auf eine Selbststilisierung des Landgrafen zwecks Rechtfertigung seiner regionalen Vormacht zurückführen lassen. Vorgelegt wird damit eine politische Biographie eines Akteurs mit weitgreifenden polyzentrischen Wirkungskreisen verbunden mit einer neuen Deutung der Historiographie Hessens.

Otfried Krafft:Landgraf Ludwig I. von Hessen (1402–1458). Politik und historiographische Rezeption. XIV / 880 Seiten, 18 farb. Abb./Karten, 5 Tafeln, 3 Tabellen, Register. Marburg 2018 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 88). ISBN 978-3-942225-42-7 geb. € 48,00

Briefe der Liebe - Einband
Briefe der Liebe. Henriette von der Malsburg und Georg Ernst von und zu Gilsa 1765 bis 1767

Henriette von der Malsburg ist 16 Jahre alt, als sie den acht Jahre älteren Georg Ernst von und zu Gilsa 1764 in Marburg kennenlernt. Sie kann nur wenig Mitgift erwarten, er hat im Siebenjährigen Krieg den linken Arm eingebüßt, doch nach Alter und Herkunft passen sie gut zueinander.
Nicht vorgesehen in der Heiratspolitik ihres Standes aber ist die Liebe. Was da wie ein Wunder über sie hereinbricht, ergründen sie schreibend. Die Literatur des empfindsamen Zeitalters kommt ihnen zur Hilfe.
In ihren Briefen finden sie eine ganz eigene Sprache, für die seelischen wie für die körperlichen Seiten dieses überwältigenden Gefühls. Nach dem ersten Ehejahr hat das Glück ein jähes Ende. Henriette stirbt im Kindbett, Georg trauert sein Leben lang.

Ulrike Leuschner (Hg.): Briefe der Liebe. Henriette von der Malsburg und Georg Ernst von und zu Gilsa 1765 bis 1767. 272 Seiten. Marburg 2018 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 46,15).
ISBN 978-3-942225-41-0 geb. € 28,00

Oranien und Nassau in Europa - Einband
Oranien und Nassau in Europa

Die Geschichte des Hauses Oranien-Nassau in der Frühen Neuzeit ist außergewöhnlich, facettenreich und von europäischer Dimension. Rund 30 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland – darunter Historiker, Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler, Medizinhistoriker, Juristen, Sprachwissenschaftler, Theologen und Archivare – nähern sich im vorliegenden Sammelband ganz unterschiedlichen Aspekten dieser Geschichte an.
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Oranien und Nassau in Europa. Lebenswelten einer frühneuzeitlichen Dynastie. Hrsg. von Rouven Pons
Wiesbaden 2018, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Bd. 91. XVI, 792 Seiten mit 275 Farbabbilfungen, 2 Stammtafeln, geb. 42,-€. ISBN 978-3-930221-38-7

Bucheinband Italienreise
Italienreise mit Peter von Oldenburg und Therese zu Nassau 1838/39

Das Reisetagebuch des Herzoglich Nassauischen Medizinalrates Dr. Fritz Willett

Der junge nassauische Medizinalrat Dr. Fritz Willett hatte das Glück, das frischvermählte Paar Prinz Peter von Oldenburg und Prinzessin Therese zu Nassau – eine Schwester Herzog Adolphs zu Nassau – 1838/39 als Leibarzt auf einer sechsmonatigen Italienreise zu begleiten. Sein ausführliches Reisetagebuch lädt den heutigen Leser ein, sich der fürstlichen Reisegesellschaft anzuschließen: von Wiesbaden durch Süddeutschland und die Schweiz, entlang der Französischen Riviera bis nach Rom und Neapel, weiter nach Florenz, Venedig und anderen Sehnsuchtsorten, die bei einer klassischen Italienreise nicht fehlen durften.

Der bibliophil gestaltete Band ist großzügig mit zeitgenössischen Abbildungen aus der Frühzeit der Fotografie ausgestattet, die ein authentisches Bild der besuchten Stätten vermitteln. In biographischen Skizzen stellt der Herausgeber Pierre Even das Fürstenpaar und den Tagebuchschreiber vor. Anmerkungen liefern inhaltliche Erläuterungen zu Fritz Willetts Texten, die als Original-Handschrift im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden aufbewahrt werden.

Pierre Even (Hrsg.): Italienreise mit Peter von Oldenburg und Therese zu Nassau 1838/39. Das Reisetagebuch des Herzoglich Nassauischen Medizinalrates Dr. Fritz Willett
Wiesbaden 2018. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau Bd. 90 VI, 234 Seiten mit 130 teils farbigen Abbildungen.
Geb. € 25,–. ISBN 978-3-930221-37-0