Neuerscheinungen

Aktuelle Monographien und Sammelbände des Hessischen Landesarchivs und der historischen Kommissionen (in Auswahl)
Neuerscheinung Taunusbäder (Einband)
Die Taunusbäder

Orte der Heilung und der Geselligkeit

Voraussetzung für die Entwicklung der Taunusbäder von „Sauerbrunnen“ zu Badeorten waren seit dem 19. Jahrhundert die zunehmend urbanen Standards in der Unterbringung und Versorgung in einer reizvollen Landschaft, so dass die (hoch)adeligen und bürgerlichen Gäste die Hoffnung auf Gesundung mit der Erholung in einer Sommerfrische und deren kulturellen Angeboten verbanden.
Bisher kaum beachtet sind die sozialen Aspekte dieser Entwicklungen, die im Mittelpunkt dieses Bandes stehen: Die Bäder waren nicht nur für privilegierte Schichten zugänglich, sondern – wenn auch nicht in gleichem Maße – für Unbemittelte, unterstützt von Almosen und Hospitälern, seit dem Ende des 19. Jahrhunderts auch von den Versicherungsanstalten. Allerdings wurden ihre Bewegungsräume frühzeitig eingegrenzt, ebenso erging es mancherorts den jüdischen Badegästen.

Die Kurorte mit der Nachfrage nach Dienstleistungen boten zahlreiche Arbeitsplätze sowohl für den Komfort der Badegäste als auch für deren medizinische Betreuung.
In ländlicher Umgebung entstanden somit neue Arbeitsmärkte, deren Bedeutung für die Transformation der ländlichen Gesellschaft in der gebirgigen Taunusregion noch näher zu erforschen ist. Nicht zuletzt boten die Bade- und Kurorte mit ihrer ausgebauten Infrastruktur den Verletzten und Traumatisierten des Ersten Weltkriegs einen Ort der Heilung und Genesung.

Christina Vanja und Heide Wunder (Hg.): Die Taunusbäder. Orte der Heilung und der Geselligkeit. 180 S., zahlr. farb. und s/w Abb. Marburg 2019 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 181).
ISBN 978-3-88443-336-2 geb. € 24,00

Publikation Amöneburger Kellereirechnungen
Die Rechnungen der Mainzischen Kellerei Amöneburg aus dem 14. Jahrhundert

Exponiert auf einem Basaltkegel gelegen, war die frühkarolingische Gründung Amöneburg das Mittelalter hindurch für die Mainzer Erzbischöfe eine strategisch und ökonomisch bedeutende Basis ihrer weltlichen Macht. Verwaltet wurde Amöneburg durch einen Amtmann und einen Kellner. Der Kellner war zuständig für die Wirtschafts- und Finanzverwaltung in einem von Fritzlar bis in den Vogelsberg reichenden Gebiet. Die Edition der Einnahme- und Ausgaberechnungen sowie von Nebenrechnungen dokumentiert einen Zeitraum von den 1320er Jahren bis in das zweite Drittel des 14. Jahrhunderts; die Rechnungen werden ergänzt durch eine Zusammenstellung des Besitzes von 1408 sowie um einige Urkunden, die Schlaglichter auf die Stellung und die Amtsführung des Kellners werfen.

Erich Klibansky und Klaus Schäfer (Hgg): Die Rechnungen der Mainzischen Kellerei Amöneburg aus dem 14. Jahrhundert
LIV / 418 Seiten, 9 . farb. u. s/w Abb. Marburg 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für He ssen 28,2). ISBN 978-3-942225-46-5
geb. € 35,00

Buchumschlag "Juden als Darmstädter Bürger"
Juden als Darmstädter Bürger

Das Standardwerk „Juden als Darmstädter Bürger“ liegt als neu gestaltete und stark erweiterte Neuausgabe nun wieder vor. Es veranschaulicht die Epochen der jüdischen Geschichte in Darmstadt durch die Jahrhunderte. Biographische Essays stellen rund 50 historische Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft, Wirtschaft und Politik beispielhaft mit ihren Leistungen und ihrem Schicksal vor. Eine Zusammenstellung von Opfern der Verfolgungen und Deportationen 1938–1945, erarbeitet auf der Grundlage neuester Forschungen, umfasst nahezu 600 Personen mit ihren biographischen Daten.

Juden als Darmstädter Bürger, neu herausgegeben von J. Friedrich Battenberg, Peter Engels und Thomas Lange, begründet von Eckhart G. Franz. Vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe Wiesbaden 2019. XVIII, 530 Seiten mit 220 Farbabbildungen, geb. € 25,–. ISBN 978-3-921434-36-9 (Schriften der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen Bd. 31)

Buchumschlag Chronik der Pfarrei Meerholz
Chronik der Pfarrei und Kirchengemeinde Meerholz, geführt von Pfarrer Lorenz Kohlenbusch 1896-1932

Mit der Herausgabe und Kommentierung der Chronik wird ein Stück Sozialgeschichte des Landlebens im (ehemaligen) Kurhessen erschlossen. Die Chronik ermöglicht einen Blick durch die religiös-protestantische Brille auf das Leben in zwei größeren Dörfern, am Beginn sowohl einer politischen als auch sozialen und wirtschaftlichen Transformation.

Michael Lapp (Hg.): Chronik der Pfarrei und Kirchengemeinde Meerholz, geführt von Pfarrer Lorenz Kohlenbusch 1896-1932. 216 Seiten, 18 s/w u. farb. Abb., Personenregister. Marburg 2019 (Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 180). ISBN 978-3-88443-335-5 geb. € 28,00

Titelseite Buch "Belastete Demokraten"
Belastete Demokraten.

Hessische Landtagsabgeordnete der Nachkriegszeit zwischen Nationalsozialismus und Liberalisierung.

In den Parlamenten der frühen Bundesrepublik saßen zahlreiche Politiker, die vor 1945 die NS-Diktatur unterstützt hatten. Welche individuellen Wandlungsprozesse durchliefen die „belasteten Demokraten“, die als Bürgermeister und Landräte, als Staatssekretäre, Minister und Abgeordnete die politische Kultur der Nachkriegszeit prägten? Wie konnte die noch junge Demokratie an Stabilität gewinnen, obwohl auf politisch einflussreichen Posten frühere Nationalsozialisten saßen, die über nur wenige demokratische Erfahrungen und Denkweisen verfügten? Oder trugen die betroffenen Politiker gerade wegen ihrer Diktatur-Erfahrungen zur Demokratisierung bei?

Die von der Marburger Zeithistorikerin Sabine Schneider verfasste gruppenbiographische Studie untersucht beispielhaft die Lebenswege von elf Abgeordneten des Hessischen Landtags. Durch diesen Zugang gelingen der Autorin tiefe Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen der NS-Belastung, den Lernprozessen einzelner Politiker und der gesamtgesellschaftlichen Liberalisierung in den ersten Jahrzehnten der jungen deutschen Demokratie.

Sabine Schneider: Belastete Demokraten. Hessische Landtagsabgeordnete der Nachkriegszeit zwischen Nationalsozialismus und Liberalisierung. 560 Seiten. Marburg 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 48,15, zugl. Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen 47).
ISBN 978-3-942225-45-8 geb. € 35,00

Einband Mylius Etwas sensationell Neues
Etwas sensationell Neues“. Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius

Mit „Etwas sensationell Neues“. Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius präsentiert das Hessische Staatsarchiv Marburg in Kooperation mit dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, dem Institut für Geschichte der Pharmazie der Philipps-Universität, dem Antiquariat und Verlag Elwert sowie Reinhard Forst und Jutta Schuchard die erste Ausstellung zu den wohl frühesten Farbfotografien der Stadt Marburg und ihrer näheren Umgebung.

Die pittoresken Aufnahmen wurden 1911 von dem jungen Pharmazeuten und begabten Amateur-Fotografen Georg Mylius (1884-1979) im Autochrome-Verfahren der Brüder Lumière auf Glasplatten belichtet. Ab 1912 wurden 24 ausgewählte Motive als Farbpostkarten vom Marburger Traditionsverlag N.G. Elwert in hohen Auflagen vertrieben. Der Reiz der prächtigen Farbaufnahmen, die zu dieser Zeit – um mit Mylius zu sprechen – „etwas sensationell Neues“ waren, wird in dem reich bebilderten Begleitbuch zur Ausstellung eindrucksvoll bestätigt. Elf Beiträge beleuchten das Leben und Werk von Georg Mylius sowie sein Marburger Umfeld aus unterschiedlichen Blickrichtungen. Durch die Verbindung von biographischen, technik- und milieugeschichtlichen Aspekten entsteht ein abgerundetes Bild vom Leben und Wirken eines Fotopioniers in einer Zeit, als „Stadt und Umgebung noch unberührt von den neuzeitlichen Bauten in der Natur lag[en]“ (Georg Mylius).

„Etwas sensationell Neues“. Marburg um 1910 in Farbfotografien von Georg Mylius Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung im Hessischen Staatsarchiv Marburg, 128 Seiten, zahl. farb. Abb., Marburg 2019 (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 37). ISBN 978-3-88964-222-6 geb. € 10,00

Titelseite Hermann Hupfeld
Hermann Hupfeld als Gymnasiast in Hersfeld und Studienanfänger

Nach Otto Kaisers langjähriger Beschäftigung mit dem Theologen und Orientalist Hermann Hupfeld (1796–1866) kommt den hier veröffentlichten Briefen eine besondere Bedeutung zu. Der Herausgeber, der 2017 verstarb, schätzte sie als besonders aussagekräftig für Hermann Hupfelds frühe geistige Entwicklung ein. Sie geben persönliche Einblicke in sein Leben als Primaner im Hersfelder Gymnasium bis zu seinen ersten Semestern an der Universität Marburg.

Die in den Jahren 1811 bis 1814 an seinen Patenonkel Karl Sigel gerichteten Briefe und die Auszüge aus den Schulakten vermitteln einen guten Eindruck von den persönlichen Prägungen Hermann Hupfelds, und sie werfen ein starkes Licht auf die Bedeutung seiner Hersfelder Lehrer für seine weitere wissenschaftliche Entwicklung. Das Buch liefert einen willkommenen Baustein zur Biographie Hermann Hupfelds und zugleich zur Geschichte des Hersfelder Gymnasiums.

Otto Kaiser (Hg.): Hermann Hupfeld als Gymnasiast in Hersfeld und Studienanfänger in Marburg – nach Briefen aus den Jahren 1811-1814. Marburg 2019 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 46,16). 166 Seiten, 15 farb. Abb./Karten, Personenregister. ISBN 978-3-942225-44-1
geb. € 24,00

Titelblatt Zeitenwende
Zeitenwende in Hessen. Revolutionärer Aufbruch 1918/1919 in Demokratie

Die Novemberrevolution von 1918 markierte den revolutionären Wendepunkt von der mit der Niederlage des Ersten Weltkriegs scheiternden Monarchie zur ersten deutschen Demokratie. Der entscheidende nächste Schritt gelang am 19. Januar 1919. An diesem Tag wählten alle Deutschen, erstmals auch Frauen, die verfassunggebende Weimarer Nationalversammlung, die eine demokratische Reichsverfassung aushandelte und damit die Weimarer Republik begründete.
Dieser ereignisreichen, komplexen und so wirkungsmächtigen historischen Phase und ihren Konsequenzen widmet das Hessische Landesarchiv eine Tafelausstellung und diese Begleitpublikation. Ausstellung und Publikation dokumentieren den revolutionären Umbruch der Jahre 1918/1919 auf dem späteren Gebiet des Bundeslandes Hessen und zeichnen seine Auswirkungen auf den demokratischen Neubeginn in Hessen 1945/1946 nach.

Andreas Hedwig (Hg.): Zeitenwende in Hessen. Revolutionärer Aufbruch 1918/1919 in die Demokratie.136 Seiten, zahlr. s/w und farb. Abb. Marburg 2019 (Schriften des Hessischen Staatsarchivs Marburg 36). ISBN 978-3-88964-221-9 geb. € 10,00

Oranien und Nassau in Europa - Einband
Oranien und Nassau in Europa

Die Geschichte des Hauses Oranien-Nassau in der Frühen Neuzeit ist außergewöhnlich, facettenreich und von europäischer Dimension. Rund 30 Autorinnen und Autoren aus dem In- und Ausland – darunter Historiker, Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler, Medizinhistoriker, Juristen, Sprachwissenschaftler, Theologen und Archivare – nähern sich im vorliegenden Sammelband ganz unterschiedlichen Aspekten dieser Geschichte an.

Oranien und Nassau in Europa. Lebenswelten einer frühneuzeitlichen Dynastie. Hrsg. von Rouven Pons
Wiesbaden 2018, Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau, Bd. 91. XVI, 792 Seiten mit 275 Farbabbilfungen, 2 Stammtafeln, geb. 42,-€. ISBN 978-3-930221-38-7